Neue OZ: Kommentar zu Italien/Regierung/Präsident

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Buona fortuna!

Bravo, Giorgio Napolitano! Erst macht der 87-jährige Präsident
Italiens durch seine Wiederwahl den Weg frei für eine
Regierungsbildung. Jetzt beauftragt der weise alte Herr den
linksliberalen Politiker Enrico Letta, eine tragfähige Koalition
zusammenzustellen. Eine echte Überraschung, denn nicht viele hatten
den 46-Jährigen auf dem Zettel.

Letta galt bisher eher als kamerascheuer Strippenzieher im
Hintergrund. Aber auch als jemand, der im Laufe seiner Karriere
moderate Beziehungen zu allen politischen Parteien geknüpft hat,
zugleich allerdings auch Tacheles reden kann. Vor allem gehört Letta
allem Anschein nach zu einer Generation von jungen Politikern, die
noch nicht in Skandale verstrickt, mit allerlei Lobbyisten verbandelt
und wegen unbedachter Äußerungen verbrannt sind.

Der Erfolg des Hoffnungsträgers wird indes nur von einer einzigen
Personalie abhängen: Kann Letta im drohenden Zweikampf mit Silvio
Berlusconi, den er als Chef des Mitte-rechts-Bündnisses ins Boot
holen muss, die Oberhand behalten? Die Chancen stehen nicht schlecht,
zumal Lettas Onkel zum Lager Berlusconis gehört.

Eine andere Wahl bleibt Italien ohnehin nicht mehr, denn die Lage
ist dramatisch: Das Land befindet sich in tiefer Rezession, die
Arbeitslosigkeit ist hoch. Da kann man Letta nur noch zurufen: Buona
fortuna, viel Glück!

Marcus Tackenberg

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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