Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Meisner

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Viele werden aufatmen

Joachim Meisner ist von seiner konservativen, romtreuen Haltung
überzeugt, und das ist sein gutes Recht. Dass der Kardinal nicht nach
Mehrheiten und Beliebtheit schielt, sondern unbequem sein will,
spricht für ihn.

Doch viele Katholiken in Deutschland, Laien ebenso wie Kleriker,
tun sich mit dem Kölner Erzbischof schwer. Nicht wenige haben über
Jahre heftig unter ihm gelitten – Pfarrer, Diakone und andere
hauptamtlich Beschäftigte beispielsweise. Viele Kritiker sind
darunter, die sich selbst in der Mitte ihrer Kirche sehen.

Verbote, drastische Formulierungen, eine rigorose Moral und
umstrittene Personalpolitik tragen zum Negativ-Image des mächtigen
Kardinals bei. Meisner polarisiert. Er stellte sich oft kompromisslos
gegen die meisten anderen katholischen Bischöfe in Deutschland, so
beim System der Schwangerenkonfliktberatung.

Mit Meisners Haltung lässt sich jedoch nicht entschuldigen, dass
Katholiken mancherorts eine aggressive Stimmung entgegenschlägt. Es
rechtfertigt auch nicht, dass etwa der Grünen-Abgeordnete Volker Beck
Meisner in überzogener Weise als einen „Hassprediger“ titulierte.

Sollte der Kardinal zum Jahresende zurücktreten, dürfte es
innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland ein befreiendes
Aufatmen geben. Viele Gläubige wünschen sich mehr Barmherzigkeit, wie
sie Papst Franziskus predigt.

Christof Haverkamp

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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