Neue OZ: Kommentar zu Syrien / Konflikte / Russland

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Öl ins Feuer des Gemetzels

Wer bisher zu hoffen gewagt hatte, Russland könnte angesichts des
blutigen Kriegs in Syrien zur Vernunft kommen und sich vom Regime
distanzieren, der ist spätestens jetzt ernüchtert: Moskau liefert
Kampfjets und Raketenteile an Baschar al-Assad. Diese demonstrative
Unterstützung des Diktators untergräbt jede politische Lösung.

Dass Russland sich auf Vertragsverpflichtungen beruft, ist an
Kaltschnäuzigkeit nicht zu übertreffen. Niemand, der bei klarem
Verstand ist, käme auf die Idee, einem enttarnten Pyromanen
Streichhölzer in die Hand zu drücken. Moskau tut dies seit Beginn des
Konflikts. Und zwar ohne jeden Skrupel.

War die Wirksamkeit der für Anfang Juni geplanten
Friedenskonferenz von vornherein fraglich, wird das Treffen nun zur
Farce. Russland als einer der Initiatoren gießt mit der einen Hand Öl
ins Feuer des Gemetzels und lädt mit der anderen zu Gesprächen ein.
Zweifelsohne verhält sich ein großer Teil der Staaten, die die
Regimegegner mit Kriegsgerät unterstützen, nicht besser. Denn jede
Waffe, die nach Syrien geht, ist eine zu viel.

Völlig sinnlos wird die Konferenz, wenn die Opposition am Boykott
festhält. Dann würde einer der wichtigsten Gesprächspartner fehlen.
Doch selbst wenn die Assad-Gegner am Tisch sitzen: Niemand erwartet
ernsthaft, dass dieses Treffen eine Lösung aus dem Hut zaubert. Auf
die Menschen in Syrien kommt eine weitere leidvolle Zeit zu.

Franziska Kückmann

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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