Neue Presse Hannover: Terrorismusforscher Tophoven sieht IS noch lange nicht am Ende

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Nach den Anschlägen in Lyon, Kuwait und Tunesien
sieht der Terrorismusforscher Rolf Tophoven eine Art Wettbewerb
zwischen konkurrierenden islamistischen Terroristen. „Wir haben zwei
konkurrierende Terrororganisationen, auch wenn sie im selben Geiste
kämpfen: IS und Al Kaida“, sagte Tophoven der „Neuen Presse“
(Samstagsausgabe) aus Hannover.

Er fügte hinzu: „Al Kaida hat an Strahlkraft verloren. Die sind
mittlerweile vom IS getoppt, denn der IS hat ein Kalifat, einen
sogenannten Staat, er hat sich in der Fläche etabliert.“

Der Islamische Staat agiere in seinem näheren Umfeld, während Al
Kaida den „fernen Feind“, also die USA, Großbritannien und Israel, im
Visier habe. Tunesien, noch der stabilste Staat des arabischen
Frühlings, solle mit Hilfe des Terroranschlags destabilisiert werden,
„deswegen wird eine der wichtigsten Einnahmequellen, der Tourismus,
angegriffen. In Kuwait hat es eine schiitische Moschee getroffen, der
sunnitische IS nutzt die religiösen Spannungen mit den Schiiten aus“.

Tophoven sagte, selbst wenn der Islamische Staat irgendwann
verschwinde, „so haben sie doch tausende Kämpfer mit der Lizenz zum
Töten geschaffen“. Der Terrorismusexperte ist sicher sicher, dass es
die islamistischen Terrorgruppen noch lange geben wird. „Wenn es in
50 oder 100 Jahren eine Enzyklopädie des weltweiten Terrors geben
wird, dann wird die RAF im Vergleich mit der Al Kaida und der IS nur
noch eine Fußnote sein. Wir werden noch lange mit ihnen zu tun haben.
Viele Kämpfer dort werden noch als terroristische Manövriermasse
durch die Weltgeschichte morden.“

Pressekontakt:
Neue Presse Hannover
Petra Rückerl
Telefon: +49 511/5101-2264
rueckerl@neuepresse.de

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