Neue Vorwürfe gegen Til Schweigers Flüchtlingsheim-Partner

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Der Filmemacher Til Schweiger hat sich bei dem von
ihm angekündigten Flüchtlingsheim mit Partnern eingelassen, an deren
Seriosität es wachsende Zweifel gibt. Wie das Hamburger Magazin stern
in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird es
zunehmend unwahrscheinlich, dass Schweiger seinen ursprünglichen Plan
umsetzen kann, ein „Vorzeigeheim“ für Asylbewerber aufzubauen.
Schweiger selbst räumte gegenüber dem stern ein, dass er den an dem
Projekt beteiligten Immobilienunternehmer Wolfgang Koch persönlich
überhaupt nicht kenne. Koch hatte die ehemalige Kaserne in Osterode
gekauft, in der das Flüchtlingsheim eingerichtet werden soll. Der
Geschäftsmann aus Stade hat sich in den vergangenen Tagen mit der
Aussage zitieren lassen, er sei seit Jahren mit dem Schauspieler
bekannt.

Schweiger sagte dem stern, dass er von dem in Osterode geplanten
Flüchtlingsheim erst vor einigen Wochen von seinem Personenschützer
Jan Karras erfahren habe, der wiederum mit Koch verbunden ist. Zu
Karras hat der Filmemacher nach eigenen Worten ein sehr enges
Verhältnis. „Ich liebe diesen Menschen von ganzem Herzen“, sagte
Schweiger dem stern. Jan Karras sei „ein nobler Mensch“ und „ein
Freund, für den ich mir die Hand abhacken lassen würde“.

Der Schweiger-Freund, der in Hamburg auch als Türsteher vor
Nacht-Clubs arbeitet, gibt sich als ehemaliger Polizeikommissar aus.
Nach Recherchen des stern war er jedoch nie Kommissar. Er hatte zwar
zweimal eine Ausbildung an der schleswig-holsteinischen Polizeischule
begonnen, sie jedoch beide Male wieder vorzeitig abgebrochen. Dort
waren zuletzt Zweifel an seiner Zuverlässigkeit aufgetaucht. Es habe
ein „beamtenrechtliches Verfahren“ gegeben, räumte Karras gegenüber
dem stern ein. Er war nach eigenen Angaben einer ungenehmigten
Nebentätigkeit nachgegangen und habe die Ausbildung dann beendet.

Zweifel gibt es auch an der Vorgeschichte von Wolfgang Kochs Firma
Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG. Die drei jüngsten
Jahresabschlüsse, die das Unternehmen im Bundesanzeiger
veröffentlichen ließ, weisen allesamt identische Zahlen auf. „Wenn
eine Firma drei Jahre lang identische Bilanzen einreicht, dann deutet
alles darauf hin, dass sie in dieser Zeit keinerlei
Geschäftstätigkeit entfaltet hat“, sagte die Berliner
Rechnungslegungs-Professorin Regine Buchheim dem stern. Koch ließ
Fragen des stern unbeantwortet.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte dem
stern, die Koch-Firma komme als Betreiber des Heims in Osterode nicht
in Frage. „Das sind alles keine Profis in dem Geschäft, was den
Betrieb einer Erstaufnahmeeinrichtung angeht, so wie wir uns als Land
das vorstellen“, so Pistorius. Er lobte aber das Engagement von Til
Schweiger. „Ich finde es klasse, dass er das tut“, sagte der
Minister.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei. Weitere Vorabmeldungen finden Sie unter
www.stern.de/vorab

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon 040 – 3703 2468

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