Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Atomendlager Zivilisatorischer Fortschritt HANNES KOCH, BERLIN

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Der Kompromiss zur Suche nach einem Atomendlager
in Deutschland ist erstaunlich, tragfähig und zukunftsweisend. Daran
ändert auch nichts, dass Träger von Einzelinteressen wie die vier
Stromkonzerne, die Atomkraftwerke betreiben, nun ihre Bedenken
anmelden. Sie wehren sich vorsorglich schon einmal dagegen, dass
ihnen zusätzliche Kosten durch das neue Suchverfahren entstehen.
Unabhängig davon hat der Konsens eine historische Dimension. Denn
wesentliche politische Akteure – Bundesregierung, Länder und Parteien
– sind sich einig, dass sie ein transparentes und wissenschaftlich
fundiertes Auswahlverfahren für den besten Platz eines Atomendlagers
durchführen wollen. Weil Bürger, Interessengruppen, Verbände und
Wissenschaftler erstmals umfassend beteiligt werden sollen, dürfte
das Konfliktpotenzial stark abnehmen. Dies ist ein Zeichen dafür,
dass in Deutschland zivilisatorische Fortschritte möglich sind. Zwei
wichtige Gruppen sind bisher jedoch nicht beteiligt: die
Energiewirtschaft und die atomkritischen Bürger vor Ort. Denn
grundsätzlich wird es gegen jeden Standort und seine konkrete
Ausgestaltung Protest geben. Das neue Verfahren bietet jedoch die
Chance, dass Einzelinteressen nicht übermächtig werden.

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