Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Bertelsmann investiert in Bildungsanbieter Große Erwartungen stefan schelp

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Das war aber auch Zeit: Seit Monaten hat
Bertelsmann-Boss Thomas Rabe angekündigt, er werde in Bildung
investieren. Eine Milliarde Umsatz soll der Zweig in absehbarer Zeit
beisteuern. Nun ist es soweit: Für 540 Millionen Dollar kaufen sich
die Gütersloher den Online-Bildungsanbieter Relias Learning. Das ist
ein Haufen Geld für ein Unternehmen mit gerade mal 300 Mitarbeitern
und einem Jahresumsatz von 43 Millionen US-Dollar. Damit werden die
Wachstumserwartungen bezahlt, erklären die Experten. Und richtig: In
den vergangenen drei Jahren ist Relias um stolze 435 Prozent
gewachsen. Ist der Kauf also gar ein Schnäppchen? Manche Beobachter
halten das für möglich. Die Mitarbeiter der Zeitschriftengruppe
Gruner + Jahr könnte diese Überlegung in eine mittelschwere
Depression stürzen. Ihr Haus dürfte in diesem Jahr immerhin einen
Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro erreichen. Für das letzte Viertel
am Verlag zahlte Bertelsmann Anfang Oktober aber weniger als 250
Millionen Euro. Wachstum erwartet Rabe demnach von dieser Seite
nicht. Ein Preis, wie ihn Bertelsmann für Relias Learning
hinblättert, ist im übrigen keine Seltenheit auf dem internationalen
Markt. Facebook, Google und andere haben bereits ganz andere Summen
gezahlt für junge Unternehmen, die Erfolg versprechen. Für den
Kurznachrichtendienst Whatsapp hat Facebook 19 Milliarden Dollar
gezahlt. Whatsapp hat gerade mal 55 Mitarbeiter. Und Google blätterte
für Nest Labs, einen Anbieter von Thermostaten mit 280 Mitarbeitern,
3,2 Milliarden Dollar hin. Und angesichts der Summe, die die
Bertelsmänner in den vergangenen Jahren gebunkert haben – einfach
weil ihnen die passende Möglichkeit fehlte, das Geld auszugeben -,
braucht nun auch niemand die Stirn in sorgenvolle Falten zu legen.
Viel spannender ist die Frage, ob Bertelsmann mit dem Investment in
Online-Bildung den durchschlagenden Erfolg erzielt, den sich die
Gütersloher so dringend erhoffen. Prognostizieren kann das heute
seriös niemand. Aber noch immer steht die Zahl von 20 Milliarden Euro
Umsatz bis 2017 im Raum, die Rabe ausgegeben hat. Bis zu diesem Ziel
ist der (Bildungs-)Weg noch lang.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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