Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Experten kritisieren Ökostrom-Tarife Zu geringe Nachfrage Katrin Clemens

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Ein grünes Gewissen können sich Verbraucher
längst nicht mit jedem Ökostrom-Tarif erkaufen. Zwar können sie aus
der breiten Palette an Tarifen ein Produkt wählen, das ausschließlich
auf erneuerbaren Energien beruht. Zur Energiewende tragen sie in rund
der Hälfte der Fälle trotzdem nichts bei. Das ist das ernüchternde
Ergebnis einer neuen Untersuchung des Magazins Ökotest. Zugespitzt
ausgedrückt: Wer seinen alten Kühlschrank vor die Tür setzt und sich
stattdessen einen neuen, energieeffizienteren anschafft, kann so
deutlich einfacher und langfristiger etwas für den Klimaschutz tun
als mit der Wahl eines neuen Stromtarifs. Darüber dürfen sich
Verbraucher zu Recht empören. Allerdings sollten sie deshalb nicht
das Interesse am Ökostrom verlieren und versuchen, jede Schuld den
Energieriesen in die Schuhe zu schieben. Das Gegenteil wäre die
richtige Reaktion. Der Markt der erneuerbaren Energien befindet sich
in Deutschland noch im Aufbau. Im vergangenen Jahr stammte rund ein
Viertel der in Deutschland produzierten Kilowattstunden aus
erneuerbaren Energieträgern. Damit ist das Angebot an Ökostrom bisher
noch deutlich größer als die Nachfrage der Kunden. Die wenigen, die
sich bewusst für lupenreinen Ökostrom entscheiden und womöglich den
einen oder anderen Cent mehr dafür zahlen, bringen die großen
Stromkonzerne damit noch längst nicht in Zugzwang. Wenn die
Stromkunden die Energiewende entscheidend vorantreiben wollen, müssen
sie sich zusammentun und ihre Unterschrift trotz der momentanen
Startschwierigkeiten der Branche unter einen Ökostrom-Vertrag setzen.
Denn dann kommt die bekannteste aller Marktregeln zum Zug: Die
Nachfrage steigert das Angebot. Sobald sie alle Herkunftsnachweise
für Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken und anderen
ausländischen Anlagen aufgekauft haben, bleibt den Energiekonzernen
gar nichts anderes übrig, als auf Wind-, Wasser- und Solarenergie aus
Deutschland zu setzen. Zudem ist eine bundesweit einheitliche
Definition des Begriffs „Ökostrom“ längst überfällig, die
Mindeststandards festlegt – hier sind die Politiker gefragt.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
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