Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Frauen fehlen in Führungspositionen in Politik und Verwaltung Entscheider ohne Vorbildfunktion Carolin Nieder-Entgelmeier

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Die Politik schreibt Dax-Unternehmen künftig
vor, wie viele Frauen sie in ihren Aufsichtsräten beschäftigen
müssen. Ob man die Quote nun befürwortet oder nicht, sie ist in jedem
Fall ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Dabei sind die
Parteien selbst weit davon entfernt, ihre Führungspositionen
gleichberechtigt zu verteilen, und damit keine Vorbilder für die
freie Wirtschaft. Frauen engagieren sich in der Kommunalpolitik,
allerdings häufig nur aus der zweiten Reihe. Das gilt auch für
Führungspositionen in der Verwaltung. Verantwortung wird vor allem
Männern übertragen, während ihnen Frauen assistieren. Da deutsche
Arbeitskräfte in den nächsten Jahren aber entweder aus Altersgründen
ausscheiden oder nicht in ausreichender Anzahl nachrücken, kann sich
weder Politik noch Verwaltung fehlende Frauen länger leisten. Die
logische Konsequenz: Politik und Verwaltung müssen sich in attraktive
Arbeitgeber verwandeln, indem sie ihren Mitarbeitern Karrieren in
familienfreundlichen Umfeldern ermöglichen. Denn ohne Frauen droht
Erfolglosigkeit.

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