Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Seehofer-Nachfolge Wenn die Zeit gekommen ist Ralf Müller, München

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Wahrscheinlich ist es wieder nur ein Sturm im
Wasserglas: Der drängelnde CSU-Kronprinz Markus Söder setzt seinem
Chef Horst Seehofer zu in der Hoffnung, vielleicht vorzeitig die
Weichen zu seinen Gunsten stellen zu können. Und der wehrt sich nicht
zum ersten Mal auf seine Art: Vor knapp zwei Jahren mokierte sich
Seehofer über die „Schmutzeleien“ des „von Ehrgeiz zerfressenen“
Finanzministers. Dann tranken beide einen Glühwein auf dem Nürnberger
Christkindlesmarkt und taten so, als wäre alles wieder in Butter.
Geglaubt hat es freilich niemand. Söder wurde erst mal stiller,
entfaltete aber gewaltige Aktivitäten mit Hilfe seines
„Superministeriums“, das ihm Seehofer selbst gebastelt hat. Über
seine Ziele bestehen keine Zweifel: 2007 bemerkte er, für ihn sei es
„jetzt“ zu früh. Inzwischen wär die Zeit wohl schon recht. Im Grunde
handelt es sich um nichts anderes als um einen schleichenden
Machtkampf zwischen dem Ingolstädter und dem Nürnberger, die sich
eigentlich gar nicht so unähnlich sind, was – sagen wir mal – das
Gespür für populäre Maßnahmen angeht. Doch das Nachfolgegerangel
kommt einfach zwei Jahre zu früh. Deshalb ist es auch
unwahrscheinlich, dass der Streit gravierendere Folgen hat. Die CSU
will in ihrer großen Mehrheit keine Debatte über die
Seehofer-Nachfolge – zum jetzigen Zeitpunkt.

Pressekontakt:
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