Neue Westfälische (Bielefeld): Russische Militärflugzeuge fliegen große Manöver Diplomatie fortsetzen MATTHIAS BUNGEROTH

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Unterschiedlicher könnten die Reaktionen auf die
jüngsten Manöver der russischen Luftwaffe nicht sein: Während
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Übungsflüge als
„Provokation“ bezeichnete, gab sich die deutsche Kanzlerin Angela
Merkel gelassen. Sie sei „akut nicht besorgt“, dass hier größere
Verletzungen des Luftraums stattfänden. Doch dürfte sicher sein: Das
westliche Europa, nicht nur die NATO-Staaten, ist ob der Vorgänge in
Alarmstimmung. Denn die Manöver zeigen, dass die
politisch-strategische Situation rund um Ukraine und Krim nach wie
vor völlig ungelöst ist. Daraus folgt: Weitere Nachbarstaaten
Russlands sind über die fragile Lage weitaus besorgter, als es in
Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bewusst ist. Der jüngste
Fall eines russischen Militärflugzeugs, das den estnischen Luftraum
verletzte, zeigt dies exemplarisch. Die NATO ist hier in besonderer
Verantwortung. Ihr neuer Generalsekretär macht mit seiner deutlichen
Wortwahl gegenüber Moskau klar, dass das Sicherheitsinteresse keines
Bündnisstaates verhandelbar ist. Dennoch darf der Gesprächsfaden mit
Moskau nicht abreißen. Hier kommt Angela Merkel eine große
Verantwortung zu, die mit Russlands Präsident Wladimir Putin das
offene Wort pflegt. Ihr moderater Ton deutet darauf hin, dass sie
diese Tür zum Dialog nicht zuschlagen will.

Pressekontakt:
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