Neue Westfälische (Bielefeld): Anschläge in Bayern Importierter Hass Ralf Müller, München

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Die drei Bluttaten in Bayern innerhalb einer
Woche sind von Ausführung und Motivation verschieden, aber sie haben
auch Gemeinsamkeiten. Ob Amoklauf à la Breivik oder
Selbstmordattentat für den Islamischen Staat – immer handelte es sich
um junge Männer mit Migrationshintergrund, die vorher mit psychischen
Problemen in Erscheinung getreten waren. Eines ist sicher: Um solche
Amokläufe zu verhindern helfen weder strengere Waffengesetze noch der
Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Und auch die radikale (und nicht
realisierbare) Forderung nach einem totalen Einwanderungsstopp ist
wenig hilfreich, denn die Menschen sind ja bereits hier. Die
Forderung, sich die Einwanderer genauer anzusehen, hören sich gut an,
gehen aber ins Leere. Alle drei Täter der letzten Woche hätte man auf
diesem Wege nicht heraus filtern können. Einer von ihnen wurde ja
sogar in Deutschland geboren. Psychisch auffällige junge Männer der
Polizei zu melden wäre ein eklatanter Bruch der ärztlichen
Schweigepflicht. Niemand würde sich mehr in psychiatrische Behandlung
begeben, wenn er befürchten müsste, dass seine Patientendaten bei den
Sicherheitsbehörden landen. Außerdem kann man nicht jeden psychisch
auffälligen jungen Migranten überwachen lassen. Und auch Deutsche
sollen ja gegen den Gewaltvirus nicht immun sein, wie rechtsradikale
Gewalttaten der letzten Jahre deutlich zeigen. Es gibt nicht nur
importierten, sondern auch hausgemachten Hass. Ja, es wäre schön, man
könnte ein paar Gesetze erlassen, einen Schalter umlegen und einen
Knopf drücken und schon wäre es zu Ende mit solchen
Schreckensmeldungen. Doch leider ist die Welt so einfach nicht. Es
bleiben nur die üblichen Maßnahmen: Personell und sachlich gut
ausgestattete Sicherheitsbehörden und aufmerksame Bürger. Und so
zynisch es klingen mag: Polizei wie Bürger lernen mit jedem neuen
Anschlag dazu. Gleichwohl glauben viele Politiker, so tun zu müssen,
als hätten sie Lösungen. Das sollten sie sich sparen. Die gereizte
Forderung eines Polizeigewerkschafters, die Politik sollte sich in
der ersten Woche nach einem solchen Ereignis vorschneller Vorschläge
enthalten, ist nur zu unterstützen. Die politische Großwetterlage in
Deutschland wird durch die bayerische Horror-Serie nicht
erfreulicher. Man darf schon jetzt davon ausgehen, dass die AfD durch
die Fälle von importiertem Hass weiter Zulauf bekommt und
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr verhängnisvoller Satz „Wir
schaffen das“ erneut um die Ohren fliegt.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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