Neue Westfälische (Bielefeld): Erdogans Machtpolitik reicht bis nach Deutschland Mutige Mitbürger Jörg Rinne

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Europa schaut derzeit gebannt an den Bosporus.
Die antidemokratische Politik, die Staatspräsident Erdogan nach dem
gescheiterten Putsch in der Türkei betreibt, irritiert das
aufgeklärte Abendland. Empörung macht sich breit. Warnungen an den
offensichtlichen Despoten, endlich innezuhalten, werden in Berlin,
Brüssel und Paris immer lauter. Latent ist aber auch Angst zu spüren.
Angst ob der Folgen, die der sich abzeichnende Totalitarismus aus
Ankara mit sich bringt. Was bedeutet diese Wende in der Türkei für
das Alltagsleben in Deutschland? Eskaliert der Konflikt auch hier
zwischen den fast drei Millionen Einwohnern, die ihre Wurzeln in der
Türkei haben? Wir wollten wissen, was diese Menschen, speziell in
OWL, über die aktuelle Entwicklung denken, was sie bewegt oder gar
besorgt. Und der erste Eindruck ist verheerend. Nicht etwa, weil es
extreme Positionierungen gibt, über die zu streiten wäre. Nein, es
ist die bewusst gewählte Sprachlosigkeit, auf die wir bei unserer
Umfrage gestoßen sind, die erschreckt. Denn viele türkischstämmige
Mitbürger, die wir gefragt haben, wollten aus purer Angst nicht mit
ihrem Namen und ihrem Foto für ihre Meinung stehen – egal ob
Erdogan-Anhänger oder -Gegner. „Ich will doch bald mit meiner Familie
wieder in die Türkei reisen“, war eines der Argumente. Aus dieser
Äußerung spricht die Angst vor persönlichen Repressalien. Das macht
deutlich, wie weit die Zerstörungspolitik Erdogans mittlerweile
reicht. Deshalb dürfen wir Deutsche, wir Europäer nicht schweigen.
Wir sind verpflichtet, mit unserer klaren Haltung zur Demokratie
jeden unserer Mitbürger zu schützen – auch wenn jegliche Kritik von
Erdogan als Einmischung in innere Angelegenheiten gewertet wird. Das
ist sie explizit nicht. Wenn Menschen in Deutschland ihr Recht auf
freie Meinungsäußerung aus Angst nicht wahrnehmen wollen, läuft etwas
gewaltig schief. Doch wir haben auch Menschen gefunden, die sich
positioniert haben. Die ohne Scheu ihre Meinung vertreten – egal zu
welchem politischen Lager sie sich zählen. Das macht Mut. Denn genau
diese Menschen sind es, die die Türkei braucht, um den Weg in die
Diktatur zu vermeiden. Und die wir als Mitbürger brauchen, um die
türkische Seele besser zu verstehen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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