Neue Westfälische (Bielefeld): Furchtbarer Anschlag erschüttert die Welt Leben mit dem Terror Thomas Seim

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Frankreich trauert, Europa trauert, die USA,
Russland trauern, die Welt trauert – es ist eine furchtbare
Katastrophe, die in der Nacht zum Freitag unser Nachbarland am
Nationalfeiertag der Freiheit mitten ins Herz traf. Man ist als
Beobachter viel Schlimmes gewohnt. Immer wieder müssen wir in den
Medien der bitteren Journalisten-Weisheit Tribut zollen, dass vor
allem die schlechte Nachricht unseren Alltag bestimmt. Das ist auch
diesmal so. Und doch schleicht sich das Gefühl ein, dass man mit
solch einem verheerenden und brutalen Anschlag rechnen musste. Schon
zur und während der Fußball-Europameisterschaft waren die
Sicherheitsbehörden darauf vorbereitet, dass es einen Anschlag geben
könnte. Erst November letzten Jahres überschatteten schwere Anschläge
von Selbstmordattentätern das Fußballspiel Frankreich gegen
Deutschland in Paris. Davor erschreckte uns der Mord an den
Redakteuren der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, ebenfalls in Paris.
Man kann und darf nicht sagen, dass wir uns an den Terror gewöhnen
oder gewöhnen müssen. Aber dass wir in den nächsten Jahren immer mehr
ein Leben mit dem Terror werden führen müssen – das scheint
unabweisbar zu sein. Dieses Leben muss ein wehrhaftes sein. Ja, wir
werden diese terroristischen Verbrecherbanden mit allen Mitteln des
demokratischen Rechtsstaates bekämpfen müssen. Und wir werden das
auch tun. Selbstbewusst. Unnachgiebig. Ohne Furcht. Und auch wenn wir
das mit entschiedener Härte tun werden, darf und wird der Terror
nicht erreichen, was er als Ziel definiert: Das sichere und
selbstbestimmte Leben in einer Demokratie, die Demokratie selbst zu
zerstören. Terror ist Tod und Verderben. Er trifft die Menschen
mitten im Leben, in einer Situation, in der niemand damit rechnet.
Die Unberechenbarkeit des Verbrechens ist es, die die Terroristen
einsetzen, um Angst zu verbreiten und ihre vermeintlichen Feinde in
die Schranken zu weisen. Es ist bemerkenswert, wie umfassend die
Beileidsbekundungen und Mitleidsadressen für Frankreich und die
Franzosen weltweit waren. Entlang der Terrorlinie schrumpfen die
Gegensätze der mächtigen und weniger mächtigen Staaten und
Staatenverbünde. Russlands Präsident Wladimir Putin war einer der
Ersten, die ihre Beileidsadressen an Frankreich sandten. US-Präsident
Barack Obama tat es ihm gleich. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die
Regierungschefs der EU, UN-Chef Ban Ki Moon, der Weltkirchenrat, der
Vatikan, die EKD – alle stellten sich an die Seite Frankreichs. In
Düsseldorf schwiegen die Menschen auf der Straße und sangen dann die
Marseillaise. In London mahnte der Mann der vor einem Monat
ermordeten Labour-Abgeordneten Jo Cox, die gestern beigesetzt wurde,
mit Blick auf Frankreich, seine Frau würde alles gegeben haben, Hass
nicht mit Hass zu bekämpfen. Das ist – wenn man das nach so einem
brutalen Verbrechen überhaupt sagen kann – eine gute Botschaft: Gegen
den Terror steht die ganze Welt auf. Nur verhindern wird sie ihn
nicht. Es wird immer Menschen geben, die aus Verirrung, Machtwahn
oder einfach nur aus der Lust am Töten und am Verbrechen solche
Anschläge verüben. Sie sind mitten unter uns. Wir müssen mit der
Gefahr des Terrors leben. Noch. Die Mehrzahl der Attentäter in Europa
stamme aus Europa, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nur
durch ein friedliches Miteinander verschiedener gesellschaftlicher
und religiöser Gruppen werde es gelingen, die Saat von Hass und
Gewalt zu ersticken. Das wird lange dauern. Aber es ist der einzige
Weg.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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