Neue Westfälische (Bielefeld): Griechenland und die Innenpolitik Ein Streit, der notwendig ist Lothar Schmalen

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Die Einigung in Brüssel über die Auszahlung
weiterer Hilfsgelder für Griechenland ist noch gar nicht erzielt, da
marschieren die Gegner schon auf. Wolfgang Bosbach,
Talkshow-Dauergast und einer der profiliertesten Euro-Skeptiker der
CDU, aber auch der aus Paderborn stammende Chef der
Unions-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, haben ihr Nein
bereits formuliert. Das Ganze ist ein kleiner Vorgeschmack auf die
Auseinandersetzung, die der CDU bevorsteht, wenn es tatsächlich zu
weiteren Hilfsmaßnahmen für Griechenland kommt. Kanzlerin Merkel und
Unionsfraktionschef Kauder werden alle Hände voll zu tun haben, ihre
eigenen Leute davon zu überzeugen, dass es richtig war, den
endgültigen Bruch mit Griechenland noch einmal abzuwenden. Bislang
sind die Euro-Skeptiker um den streitlustigen Bosbach in der CDU
deutlich in der Minderheit gegenüber denen, die Angela Merkel bei
ihren Bemühungen, den Stab über Griechenland nicht vollends zu
brechen, gefolgt sind. Aber die Luft für die Euro-Freunde in der
Union wird dünner. Denn von der einstigen Illusion, dass der Euro die
Europäer näher zusammenbringt, ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Im Gegenteil: Überall in Europa werden die Gegner von Euro und EU
immer stärker. Dass die Union aber überhaupt über den richtigen Weg
durch die Griechenland-Krise streitet, kann ihr niemand wirklich
verdenken. Wenn ganz Deutschland und ganz Europa darüber streitet, ob
nun ein Schlussstrich unter die immer neuen Rettungspakete gezogen
werden soll oder nicht, dann ist es sicher richtig und notwendig,
wenn sich dieser Streit in unseren demokratischen Parteien
widerspiegelt. Hätten die Euro-Skeptiker in den großen Volksparteien
keinen Platz mehr, wäre das Feld auch in Deutschland den
europafeindlichen Scharlatanen überlassen. Dann hätten wir auch bei
uns bald französische, dänische oder polnische Verhältnisse. Also:
Lassen wir doch den Euro-Freund Elmar Brok und den Euro-Skeptiker
Wolfgang Bosbach heftig miteinander streiten. Wichtig ist nur, dass
am Ende nicht der Biertisch, sondern die politische Vernunft die
Oberhand behält.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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