Neue Westfälische (Bielefeld): Immer längere Krankschreibungen wegen seelischer Erkrankungen Verlogener Umgang mit psychisch Kranken Carolin Nieder-Entgelmeier

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Fußballtrainer schmeißen ihre Trainerjobs hin,
Musiker sagen Konzerte ab, und Manager schreiben Bücher über ihr
Ausbrennen. Das Burnout-Syndrom scheint eine Modekrankheit zu sein,
die wegen vieler prominenter Patienten mit Fleiß, Macht und Ehrgeiz
gleichgesetzt wird. Wer nach vorne kommen will, muss sich bis zur
völligen Erschöpfung verausgaben. Auch Untersuchungen wie die Studie
zu psychischen Erkrankungen des Dachverbandes der
Betriebskrankenkasse (BKK) suggerieren, dass sich Burnout zu einer
Volkskrankheit entwickelt. Dabei wird das Burnout-Syndrom von
Medizinern nicht mal als Krankheit bezeichnet und verschleiert häufig
nur viel weitreichendere psychische Leiden wie beispielsweise eine
Depression. Der vermeintlich offene Umgang mit psychisch Kranken wird
damit getrübt und hilft Betroffenen nicht weiter. Sie können
mittlerweile zwar offen über Burnout sprechen, aber eben nicht über
ihr wahres seelisches Leiden. Depressionen verschweigen Patienten,
weil sie dann als psychische krank gelten – und nicht, wie mit dem
Burnout-Syndrom, bloß als Workaholics. Stigmatisierungen inklusive,
denn über psychische Erkrankungen wird nicht so offen gesprochen wie
über körperliche Leiden. Das zeigt, wie unehrlich der Umgang mit
psychisch Kranken in Wahrheit immer noch ist.

Pressekontakt:
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