Neue Westfälische (Bielefeld): Kassen sollen künstliche Befruchtung bezahlen¶ Ein Weg für alle¶ MARTIN FRÖHLICH¶

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Die SPD macht in Sachen künstliche Befruchtung
Druck. Für alle Paare soll diese künftig von den Krankenkassen
bezahlt werden. Es wäre eine Rückkehr zur alten Regelung. Bis 2004
zahlten die Kassen den kompletten Betrag, seither nur die Hälfte und
nur bei den ersten drei Versuchen. Der Vorstoß macht Sinn. Nicht nur,
weil es sich um ein medizinisches Problem handelt und Krankenkassen
schon deshalb zuständig sind, wie Gesundheitsexperte Karl Lauterbach
sagt. Es geht um viel mehr. Natürlich überrascht die Idee in Zeiten
von Leistungskürzungen im Gesundheitssystem. Die Kosten einer
künstlichen Befruchtung liegen zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Doch
hier muss der Blick auf die langfristigen Folgen gelenkt werden.
Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate der Welt. Der
Zusammenhang zwischen Nachwuchs und Fortbestand einer Gesellschaft
mit ihren Sozialsystemen ist essenziell. Gerade im Land der
Generationenverträge. Gibt es zu wenige Kinder, gerät das System in
Schieflage, so trivial das klingen mag. Es liegt im Interesse eines
Staates, die Geburtenrate auf einem Mindestniveau zu halten. Dass
heute mehr Paare auf künstliche Befruchtung angewiesen sind, hat
viele Gründe. Die Entscheidung für ein Kind fällt bei vielen spät im
Leben. Umwelteinflüsse scheinen die Fruchtbarkeit zu mindern. Wenn es
medizinischer Hilfe bedarf, um Kinder zu bekommen, sollte dieser Weg
für alle möglich sein. Unabhängig vom Einkommen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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