Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Arbeitsintegration von Flüchtlingen Wohlstand und Konflikt Hannes Koch, Berlin

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Arbeitsintegration von Flüchtlingen

Wohlstand und Konflikt Hannes Koch, Berlin Mehrheitlich heißen die
Bundesbürger die Flüchtlinge willkommen. Aber mancher Einheimische
empfindet auch Angst. Dann werden die Fremden als potenzielle
Störenfriede betrachtet, die die gewohnten Gebräuche bedrohen. Auch
sieht man sie als Konkurrenten um Sozialleistungen und Jobs. Die
geplante Arbeitserlaubnis für Zuwanderer vom Balkan und die Debatte
über das Einwanderungsgesetz mögen solche Sorgen verstärken. Dabei
zeigt die Erfahrung, dass Einwanderung ein echter ökonomischer
Vorteil sein kann. In einem Land wie Deutschland bedeuten mehr
Menschen, die konsumieren, mehr Wachstum. Weil die Flüchtlinge sich
schnell ein neues Leben aufbauen wollen, sind sie ehrgeizig und
produktiv. Viele sind jung – sie werden bald Steuern und
Sozialbeiträge zahlen, ohne selbst viel in Anspruch zu nehmen. Und
wir können zusätzliche Arbeitskräfte gut gebrauchen. Denn es kommen
hierzulande weniger Kinder zur Welt, als alte Menschen sterben. Wenn
ein Unternehmen wie Volkswagen bald 15 Millionen Fahrzeuge pro Jahr
herstellen will, wird das mit Robotern alleine nicht funktionieren.
Schon heute pflegt die Bundesagentur für Arbeit eine Liste mit 80
Mangelberufen, in denen die Firmen kaum Bewerber finden. Aber werden
alle Zuwanderer hier arbeiten? Nein. Anfangs tut das wahrscheinlich
nicht einmal die Mehrheit von ihnen. Sie müssen erst Deutsch lernen,
betreut, geheilt, ausgebildet oder umgeschult werden. Mit der Zeit
wird sich das aber ändern. Sehr viele finden dann Stellen, oder sie
gründen eigene Firmen. Einige jedoch bleiben übrig, die auch
langfristig Sozialgeld kosten. Und warum nimmt man nicht die
einheimischen Arbeitslosen? Die Antwort ist unbequem. Obwohl 2,8
Millionen Menschen hierzulande offiziell eine Stelle suchen, sind
600.000 Jobs unbesetzt. Oft passen die Arbeitsplätze einfach nicht zu
den Bewerbern. Es bleibt auf jeden Fall eine Aufgabe der
Bundesagentur, Langzeitarbeitslose zu unterstützen, sie fortzubilden
und sie nicht aufzugeben. Trotzdem sollten wir uns darauf einstellen,
dass Zuwanderung nicht nur Wohlstand, sondern auch neue Konkurrenz
schafft. Es ist damit zu rechnen, dass es zu sozialen Konflikten
unter denen kommt, die nicht viel haben.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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