Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Ärzte halten viele Therapien bei Kindern für unsinnig Die Elternfrage stellen Martin Fröhlich

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Ich erinnere mich an einen Besuch beim
Kinderarzt mit meinem vierjährigen Sohn. Der junge Mann läuft mit
einem Fuß etwas nach innen. Ganz besorgter Vater, sprach ich den Arzt
darauf an. „Müssen wir da was machen? Einlagen oder Physiotherapie?“
Der Mediziner sah mich prüfend an und sagte: „Der Mensch hat
Millionen Jahre für den aufrechten Gang gebraucht. Geben Sie Ihrem
Sohn wenigstens sechs Jahre Zeit.“ Botschaft angekommen. Kinder
brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Doch bei allem Vertrauen in den
geregelten Gang der Natur gibt es auch Entwicklungsstörungen, bei
denen man eingreifen muss. Doch wie? Und warum kommt es immer mehr zu
solchen Defiziten? Ein riesiges Problemfeld öffnet sich also, dessen
Eckpunkte lauten: fehlende Förderung durch Eltern, zu hoher
Leistungsdruck für Kinder, zu wenig Zeit für die Familie, zu wenig
qualifiziertes Personal in Kitas und Grundschulen. All das trägt zu
der Fehlentwicklung bei. Vielleicht reichen ja einige Anregungen, um
den Trend umzukehren: Die Berufe der Erzieherin und der
Grundschullehrerin werden aufgewertet und die Ausbildungen dazu
verbessert. Der Einschulungsstichtag wird zurückverschoben. Alle
Eltern fangen noch heute an, ihren Kindern abends vorzulesen, weil
das extrem fördert. Kinder, die an fünf Nachmittagen pro Woche
Verpflichtungen haben, streichen zwei davon und sind in dieser Zeit
einfach Kind mit Raum zum Unsinnmachen. Und zum Schluss fragen sich
alle Eltern einmal, ob sie bei sich selbst gern Kind wären. Falls
nicht, ändern Sie was!

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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