Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Atomverhandlungen mit dem Iran Schlechte Nachrichten Dirk Hautkapp

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Mit jeder Frist, die im Ringen um eine nicht
militärische Lösung des Atomstreits mit dem Iran ergebnislos
verstreicht, bekommen die Neinsager Oberwasser. Das gilt für den
Kongress in Washington, der mehrheitlich nur darauf wartet, das aus
Wien erwartete Verhandlungspaket zu zerpflücken. Das gilt ebenso für
die Ultraradikalen in Teheran, die Religionsführer Khamenei und der
Regierung Ruhani den Ausverkauf nationaler Interessen an den „großen
Satan USA“ vorhalten. Unter diesem Aspekt ist die erneute Vertagung
der Einigung, die den Iran dazu verpflichten würde, dauerhaft auf die
Atombombe zu verzichten, und ihn dafür im Gegenzug von Sanktionen des
Westens befreien würde, eine schlechte Nachricht. Was aus Wien
berichtet wird, ist ernüchternd: Beide Seiten sind nach wie vor nicht
zu Vertrauensvorschüssen bereit. Teheran verlangt das Ende des
Embargos mit der Unterzeichnung eines Vertrags. Washington und seine
Partner, darunter Deutschland, wollen erst den Nachweis sehen, dass
der Iran nicht wieder betrügt. Dennoch wird es wohl eine wacklige
Einigung geben. Zu viel Energie haben beide Seiten in die Annäherung
investiert. Im besten Fall steht ein unbefriedigender,
risikobehafteter Kompromiss, durch den sich der Westen 10 bis 15
Jahre Zeit erkauft, um den Iran etwas besser in Schach zu halten.
Niemand weiß heute, ob das reichen wird.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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