Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Debatte um das Ruhrgebiet Fördergelder alleine helfen nicht Lothar Schmalen

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Abgesehen von den neuen Bundesländern kann ich
in Deutschland keine zweite Region erkennen, die so hohe finanzielle
Hilfen vom Bund bekommen hat, um den Strukturwandel zu bewältigen,
wie das Ruhrgebiet.“ Bundestagspräsident Norbert Lammert hat
zweifellos den Finger in eine Wunde gelegt: Immer mehr Fördergeld
fließt in den Ruhrpott, und trotzdem ist der Niedergang des
Ballungsraumes zwischen Duisburg und Dortmund nicht zu stoppen. „Geld
schießt keine Tore“, würde der Fan von Borussia Dortmund oder Schalke
04 vielleicht sagen. Und Fördergelder allein bringen keine
wirtschaftliche Gesundung des Ruhrgebiets, möchte man abgewandelt
hinzufügen. Im Ruhrgebiet ist es eben nicht anders als im Münsterland
oder in Ostwestfalen-Lippe. Um mit dem Problem der leeren
Kommunalkassen klarzukommen und um sich im Standortwettbewerb, auch
dem internationalen, zu behaupten, bedarf es mehr. Beispielsweise der
Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg. Aufgaben gemeinsam
anzupacken ist so ein Rezept, das gerade in Ostwestfalen-Lippe
ausprobiert wird. Die frisch gegründete Regiopolregion um Bielefeld
hat sich zum Ziel gesetzt, am Geld zu sparen und an Gewicht zu
gewinnen. Interkommunale Gewerbegebiete, die gemeinsame Erledigung
von Verwaltungsaufgaben, die Zusammenlegung von Rechenzentren, die
gegenseitige Unterstützung bei Rettungseinsätzen, öffentlicher
Nahverkehr über Stadtgrenzen hinaus – vielleicht sollten die
Verantwortlichen der maroden Ruhrgebiets-Großstädte einmal in die
ostwestfälische „Provinz“ kommen, um zu lernen, wie es gehen könnte.
Zum Nachhilfe-Programm für das Ruhrgebiet könnte dann auch der Blick
auf die Zusammenarbeit der eigentlich konkurrierenden Universitäten
in Bielefeld und Paderborn oder auf das gemeinsame Standort- und
Tourismusmarketing in der OWL GmbH gehören. Fördergelder allein
helfen eben nicht. Ideen und der Wille zur grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit sind mindestens ebenso wichtig.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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