Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Donald Trump kandidiert für das Amt des US-Präsidenten Republikaner als Geisel genommen Dirk Hautkapp, Cleveland

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Was vom Präsidentschafts-Konvent der
Republikaner in Cleveland bleibt, steht bereits fest, bevor Donald
Trump vor aller Welt demonstrieren wird, dass das Stockholmsyndrom
Einzug gehalten hat in die Welt der Politik. Der New Yorker
Immobilien-Milliardär, dem die Präsidentschaftskandidatur nun nicht
mehr zu nehmen ist, hat die Republikaner mit Hilfe der Stimmen von 14
Millionen Wutbürgern aus den Vorwahlen als Geisel genommen. Nach
hartnäckiger Verweigerung hat ein großer Teil der Entführten den
narzisstischen Täter, der den Bruch mit nahezu allen Überzeugungen
und Traditionen der Konservativen personifiziert, fast ins Herz
geschlossen. Eine Selbstaufgabe, die das Ende der „Grand Old Party“
bedeuten kann, wenn der radikale Rechtspopulist Trump bei der Wahl am
8. November untergeht.  Dass sie dann kein Mitleid verdient, hat das
Polit-Panoptikum in Ohios Industrie-Metropole anschaulich gemacht.
Trump und die Republikaner haben nur zwei Gemeinsamkeiten: die
verzweifelte Sehnsucht nach der Macht. Und der pathologische Hass auf
Hillary Clinton.  Was in Cleveland über die gewiss fehlbare und
problematische demokratische Kandidatin ohne Scham in die Mikrofone
gesprochen wird, gleicht einem perfiden öffentlichen Schauprozess und
ist der ältesten Demokratie der Welt unwürdig. Ob es das Terror-Drama
in der US-Botschaft im libyschen Bengasi war oder die Welle von
Anschlägen aus dem Inspirationskreis des Islamischen Staates: Für
alles, was in der Welt und in Amerika schiefgeht, wird die ehemalige
Außenministerin und First Lady haftbar gemacht. Dass ihr eigener
Kandidat de facto fortgesetzten Landesverrat begeht, blenden die
allermeisten Delegierten aus. Obama/Clinton/Demokraten sind an allem
schuld. Dass die Realität bei unbestreitbar
riesigem Verbesserungsbedarf völlig anders aussieht – mit fünf
Prozent Arbeitslosigkeit, einer die Weltwirtschaft antreibenden
Ökonomie, Rekord-Börsen, sinkenden Kriminalitätsraten und kleinerem
militärischen Fußabdruck auf dem Globus – will die Partei von Abraham
Lincoln und Ronald Reagan nicht wahrhaben.  Die Republikaner unter
dem notorischen Lügner Donald Trump sind die „Walking Dead“ der
amerikanischen Politik geworden. Rückwärtsgewandte, von rassistischen
Ressentiments und Hass auf Andersdenkende getriebene Untote, die ihr
Land als Epi-Zentrum der nahenden Apokalypse begreifen. Das ist
hanebüchener Unsinn. Das  muss schiefgehen. Und damit auch Donald
Trump. 

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Neue Westfälische
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