Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Fracking Deutschland ist nicht Amerika Hannes Koch, Berlin

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Vor Erdgasförderung mittels Fracking muss man in
Deutschland keine Angst haben. Der Gesetzentwurf, der gestern
erstmals im Bundestag beraten wurde, ist ohnehin schon streng. Doch
die Abgeordneten werden in den kommenden Wochen weitere
Verschärfungen hinzufügen. Und auch der Bundesrat, der sich am
Freitag mit dem Thema befasst, wird möglicherweise zusätzliche Regeln
durchsetzen. Bereits die Regierung hat in ihrem Entwurf zu den neuen
Bohrverfahren festgelegt, dass in jedem Fall Umweltprüfungen nötig
sind. Natur- und Trinkwasserschutzgebiete bleiben ausgeklammert. Die
Bohrflüssigkeit muss unschädlich sein. Und keine risikoreiche Bohrung
darf stattfinden, bevor nicht mehrere Genehmigungen vorliegen.
Außerdem könnte es dem Bundestag gelingen, sich ein Mitspracherecht
bei der Genehmigung der Fracking-Bohrungen zu erkämpfen. Bundesländer
wie Bremen plädieren für einen noch besseren Schutz des Trinkwassers.
Und die nordrhein-westfälische Landesregierung will eine besonders
umstrittene Version des Frackings gleich ganz verbieten – ein
Ansinnen, das sich am Schluss vermutlich nicht durchsetzen lässt.
Trotzdem braucht man sich keine Sorgen zu machen. Deutschland ist
nicht Amerika. Was in North Dakota und Texas möglich erscheint, wird
hier nicht stattfinden. Dieses Gesetz dient weder der
flächendeckenden Förderung noch dem kompletten Verbot des Frackings.
Union und SPD beschreiten einen Mittelweg, der die möglichen Risiken
reduziert, ohne gleich eine ganze Technologie auf den Schrotthaufen
zu werfen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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