Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Immer neue Wendungen im Fall Höxter Blamage für die Polizei Lothar Schmalen

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Die neuen Details, die jetzt rund um die
schrecklichen Verbrechen von Höxter-Bosseborn bekannt wurden, sorgen
erneut für Bestürzung. Mindestens dreimal hatte die Polizei offenbar
die Chance einzugreifen und dem verbrecherischen Treiben des
mutmaßlichen Folterpaars W. ein Ende zu bereiten, noch bevor es Tote
gab. Dreimal ist diese Chance vertan worden. Besonders die beiden
Vorfälle in Höxter und Bad Salzuflen, von denen die
Ermittlungsbehörden nun berichteten, werfen viele Fragen auf. Zweimal
haben Zeugen bemerkt, dass im Verhalten des Paares W. gegenüber Anika
W. etwas nicht stimmt. Gänzlich unbemerkt – wie zunächst angenommen –
ist das Martyrium der Folteropfer also doch nicht geblieben.
Natürlich wussten die Polizeibeamten, die in Höxter und Bad Salzuflen
keine wirklichen Konsequenzen aus dem zogen, was sie sahen, nichts
von dem schrecklichen Ende des Martyriums der Frauen von Bosseborn.
Dennoch müssen sie sich fragen lassen, ob sie 2014 nicht doch anders
hätten handeln müssen. Die Paderborner Staatsanwaltschaft ist zu der
Bewertung gekommen, dass die Polizisten sich nicht des
Straftatbestands der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht
haben. Egal ob das richtig ist oder nicht – eines ist klar: Die
beiden Opfer von Wilfried und Angelika W. könnten noch leben, wenn
Polizeibeamte in Uslar, in Höxter und in Bad Salzuflen sich anders
entschieden hätten. Und auch das muss festgehalten werden: Das
Verhalten der Polizei im Fall von Anika W. kommt einer Blamage
gleich.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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