Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Industrie will Einsatz von Gigalinern ausweiten Sicherheit geht vor MATTHIAS BUNGEROTH

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Das Ansinnen der Industrie, ihren Güterverkehr
in Deutschland flächendeckend auch mit bis zu gut 25 Meter langen
Groß-Lkw, sogenannten Gigalinern, abwickeln zu dürfen, ist legitim.
Doch nachvollziehbar ist auch, dass Nordrhein-Westfalens
Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) zögert, dem in NRW
zuzustimmen. Die Marschroute muss lauten: Sicherheit geht vor. Schon
jetzt bringt die Verdichtung des Straßenverkehrs viele Pkw-Fahrer an
die Grenze des Verkraftbaren. Dem Argument, man könne sich den einen
oder anderen Lkw sparen, weil man ja mit größeren Fahrzeugen
unterwegs sei, ist nur teilweise zu folgen. Immerhin sind die
Mammut-Lkw für alle anderen Kraftfahrer eine im wahrsten Sinne des
Wortes große Herausforderung. Sie stellen Anforderungen ans
fahrerische Können, die bislang in dieser Häufigkeit nicht nötig
waren. Stellen wir uns Gigaliner in Nadelöhren wie der Ortsdurchfahrt
in Halle (B 68) oder auf dem kurvigen Teil der Autobahn 2 zwischen
Bielefeld und Minden vor, wo es jetzt schon zu vielen schweren
Unfällen mit Beteiligung von Lkw kommt. Und wo sollen Gigaliner
nachts an den Autobahnraststätten parken? Wenn die Gigaliner zum
Regelfall werden sollten, müssen auf all diese Fragen schlüssige
Antworten gefunden werden. Das Europaparlament steht überdies den
Gigalinern skeptisch gegenüber. An der Landesgrenze ist derzeit also
eh Schluss.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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