Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Ölpreis Verführerisch Wolfgang Mulke, Berlin

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Die Konsumenten in Deutschland werden durch den
niedrigen Ölpreis deutlich entlastet. Heizen wird für viele Haushalte
billiger, das Autofahren auch. Außerdem steckt Öl in vielen
Vorprodukten, so dass der aktuelle Trend sich auch preisdämpfend bei
anderen Käufen niederschlägt. Die Kehrseite ist eine verführerische,
denn von billigen Gütern kann man sich mehr leisten, mehr
verbrauchen. Genau dies aber sollte beim Öl nicht geschehen, weil
dessen Verbrennung zum Klimawandel beiträgt und der Rohstoff selbst
nur begrenzt vorhanden ist. Beim Verbrauch sollte Vernunft walten.
Das Vorbild ist aber ein schlechtes: Die Ölländer handeln
unvernünftig. Die Lieferländer sorgen selbst mit für den Verfall des
Preises, obwohl sie doch noch lange Zeit von den Einnahmen aus der
begrenzten Ressource leben müssen. Normal wäre eine gedrosselte
Produktion, die zu einem ansteigenden Erlös für sie führen würde.
Doch normal sind die Zeiten nicht. Die Politik mischt mit, und ein
Teil der alten Regeln des Marktes gilt nicht mehr. So haben die USA
durch Fracking die Fördermengen kräftig erhöht. Das setzt die
alteingesessenen Lieferländer im Nahen Osten, aber auch Russland
unter Druck. Umgekehrt ist das Öl mittlerweile so billig, dass vielen
der auf Schulden aufgebauten Frackingfirmen Zins- und
Tilgungszahlungen schwerfallen. Die Situation ist absurd.

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News Desk
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