Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Papst erlaubt Vergebung nach Abtreibung Kirche auf dem Glatteis Julius Müller-Meiningen, Rom

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Sünde bleibt Sünde. An dieser katholischen
Maxime rüttelt auch Papst Franziskus nicht. Wenn der Papst zum
Heiligen Jahr nun aber allen Priestern erlaubt, Frauen die Abtreibung
zu vergeben, dann mag das für Nichtkatholiken wie eine antiquierte
Nuance klingen. Für die katholische Kirche ist das ein gewagter
Schritt. Franziskus setzt damit seinen Kurs fort, Änderungen nicht
über das Knie zu brechen, sondern sie langsam in das Bewusstsein
seiner Kirche vordringen zu lassen. Aus diesem Grund hat er das
Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Aus diesem Grund lässt er
zwei Bischofssynoden zum Thema Familie und damit auch über die in der
Kirche umstrittenen Themen Homosexualität und Umgang mit
wiederverheirateten Geschiedenen abhalten. Deshalb nun auch der
Wandel bei der Abtreibung. Die Abtreibungsfrage führt seit jeher zu
heftigen Debatten, insbesondere in und mit der Kirche. Franziskus ist
sich bewusst, dass er mit diesem Thema Glatteis betritt. Er führt die
Kirche ganz mutwillig auf unsicheres Terrain, weil er überzeugt ist,
dass gerade hier Fortschritte für den Glauben erzielt werden können.
Seinen Gegnern ist das ein Graus. Reformunwillige Geistliche müssen
sich durch die Order durchaus in die Enge getrieben fühlen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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