Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Postbank erhebt Gebühren auf Girokonto Verlierer ist der Kunde Viktoria Bartsch

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Es ist eine Frechheit. Erst lockt die Postbank
Millionen Kunden mit einem kostenlosen Girokonto und plötzlich werden
diese zur Kasse geben. 1,90 Euro für ein reines Onlinekonto, bei dem
kein Mitarbeiter irgendetwas tun muss. Kostenlos bleibt das Konto für
Auszubildende und für Kunden mit einem monatlichen Geldeingang ab
3.000 Euro. Das ist reine Geldmacherei und geht am Normalkunden
vorbei. Diese können in der Regel von so einem Nettoeinkommen nur
träumen. Die Postbank verspielt ihr Vertrauen. Der Grund: Sie will
Geld verdienen. Das ist legitim. Wer etwas anbietet, kann auch eine
Gegenleistung verlangen. Es sind aber die Ausnahmeregelungen, die
Kunden bitter aufstoßen werden. Beim Trend zum Onlinebanking sind vor
allem ältere Kunden die Verlierer. Sie sind es in der Regel gewohnt
für Bankangelegenheiten an den Schalter zu gehen und gemeinsam mit
einem Mitarbeiter ihre Geldangelegenheiten zu erledigen. Dieser
Service kostet zunehmend extra – bitter gerade bei kleiner Rente. Der
Mensch ist ein Gewohnheitstier, und das wissen auch die Banken.
Deswegen wird sich zeigen, wie viele Kunden die Postbanken verlassen
werden. Zugegeben: Viele scheuen den Wechsel. Zu kompliziert, zu
langwierig. Angefangen von der Entscheidung für ein bestimmtes Konto,
bis zum letzten geänderten Dauerauftrag. Brauche ich einen
persönlichen Ansprechpartner? Spielt der Dispokredit für mich eine
Rolle? Und wie komme ich an Bargeld ran? Ein Konto wechselt man nicht
eben mal so. Zwar bieten verschiedene Banken jetzt schon einen
Wechselservice an, aber ganz ohne Eigenleistung geht es dann doch
nicht. Schneller und einfacher soll das ab dem 18. September werden,
wenn die Regelungen zur Kontenwechselhilfe in Kraft treten. Banken
sollen ihren Kunden den Wechsel dann erleichtern und zum Beispiel
Daueraufträge auf andere Anbieter übertragen. Für mögliche Schäden
kommen die beteiligten Banken auf. Vielleicht wagen dann ein paar
mehr den Schritt und wechseln die Bank, wenn die plötzlich nichts
mehr von alten Versprechungen wissen will.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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