Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Preiskampf an Tankstellen Macht der Transparenz Björn Vahle

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Mit der Einführung des neuen Rabattmodells für
die Zapfsäule hat der Ölkonzern Shell gleich mehrere überraschende
Einblicke in eine der wohl meistgehassten Branchen gewährt. Dass ein
milliardenschwerer Weltkonzern seine Kunden mit „höchstens zwei Cent
mehr als anderswo“ ködert, macht deutlich, wie extrem der Wettbewerb
um jeden einzelnen Kunden an der Zapfsäule geworden ist. Und wie
nötig die Ölmagnaten ihr Geld in diesem Geschäftsfeld brauchen, wenn
sie immer weniger Sprit verkaufen. Doch es zeigt noch etwas anderes:
Die Transparenz, sonst oft genug als Wert an sich gefordert, hat im
Falle der Spritpreise tatsächlich etwas bewegt. Seit die
„Markttransparenzstelle“ des Bundeskartellamts alle Zapfsäulenpreise
regelmäßig via Smartphone-App zur Verfügung stellt, hat sich der
Wettbewerb nochmals verschärft. Die Sprecherin von Exxon Mobil, die
mit der Entwicklung höchst unzufrieden ist, bringt es – so wohl nicht
beabsichtigt – auf den Punkt: „Wettbewerb hat die Preise noch nie
steigen lassen.“ Es ist also nicht auszuschließen, dass das
Shell-Modell bald Schule macht – zumindest wenn der Druck in der
Branche tatsächlich so groß ist, wie Betreiber, Ölkonzerne und
Interessenverbände unisono verkünden. Dafür, dass letzten Endes die
Preise an der Zapfsäule sinken, gibt es zumindest berechtigte
Hoffnung.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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