Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Prügelattacke auf Zwölfjährigen Schwer auszuhalten Martin Fröhlich

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Ein Gewaltausbruch unter Kindern. Ein
Zwölfjähriger attackiert einen anderen so schwer, dass der nun im
Krankenhaus um sein Leben ringt. Ein Vorfall, der sprachlos macht und
zugleich so viele Gedanken und Fragen auslöst. Dazu gehört die
reflexartige Feststellung, dass die Gesellschaft so verroht ist, dass
schon Kinder zu Schlägern werden, die keine Grenzen kennen. Doch
trifft das tatsächlich zu? Gab es nicht immer Einzelfälle mit
furchtbaren Folgen? Dann schwenkt der Blick auf die Lehrer. Warum hat
niemand die Polizei informiert? Doch Vorsicht: Als die Lehrerin den
Notarzt rief, war ihr vielleicht gar nicht klar, wie schwer die
Verletzungen sind und woher diese rühren. Was nicht heißt, dass die
Schule sich nicht fragen muss, ob man anders hätte reagieren können.
Am meisten gehen uns aber die inneren Konflikte nahe. Da ist das
Opfer, ein Kind, dessen Lebensweg schwer beeinträchtigt, wenn nicht
sogar zerstört ist. Und da ist der mutmaßliche Täter, ein Kind, das
damit leben muss, einen Mitschüler ins Koma geprügelt zu haben. Ein
weiterer kaputter Lebensweg. Es bleibt die Frage von Schuld und
Strafe. Mag sie für die Justiz wegen der Strafunmündigkeit
beantwortet sein, so ist sie das für die Gesellschaft noch lange
nicht. Eine angemessene Strafe wird es in den Augen vieler nicht
geben. Für die Gesellschaft ist das schwer auszuhalten. Für die
Eltern des Opfers vermutlich gar nicht. Umso trauriger macht der
Fall.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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