Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Reiseverkehr in die Türkei Auf Messers Schneide Martin Krause

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Die deutsche Wirtschaft ist seit Jahren stark.
So stark, dass man darüber erstaunt sein darf angesichts der Fülle
politischer und militärischer Konflikte in aller Welt bis hin zum
IS-Terror in Nahost und Europa. Nun auch noch die Türkeikrise, die
sich seit Monaten zusammengebraut hat. Der Tourismus wirkt bei
solchen regionalen Unsicherheiten wie ein Barometer. Urlauber sind
scheu, weil sie Konflikten ja entkommen wollen. Abschalten ist das
Ziel. Das macht das Touristikgeschäft, auf das Flughäfen wie der
Paderborner angewiesen sind, derzeit so schwierig. Der Warenaustausch
mit der Türkei hingegen ist jahrelang gewachsen und noch recht
stabil. Die Türkei ist als Handelspartner bedeutsam. Entpuppt sich
Präsident Erdogan nicht als Diktator, der sein Land abschottet, wird
sich daran nichts ändern. Die Einhaltung von Regeln ist unter
Geschäftspartnern wichtiger als die politische Gesinnung.
Verständlich, dass sich auch der Flughafen Paderborn bemüht, vom
volatilen Tourismus unabhängiger zu werden. Es bedürfte aber wohl
politischer Eingriffe, ehe große Airports wie der in Düsseldorf den
kleineren Wettbewerbern mehr vom Geschäftsreiseverkehr überlassen. Ob
das im Fall der Türkei mehr Stabilität brächte, sei dahingestellt.
Denn wenn am Bosporus alle Regeln fallen, verliert das Land auch
wirtschaftlich an Strahlkraft. Die Beziehungen stehen auf Messers
Schneide.

Pressekontakt:
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