Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Schadenersatz für Hinterbliebene Nicht nachvollziehbar CARSTEN HEIL

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Es geht nicht um die Frage, wie viel Geld ein
Menschenleben wert ist. Die ist in der christlich-abendländischen
Kultur sowieso nicht zu beantworten, weil die Einzigartigkeit und
Gleichwertigkeit jedes Menschen im Mittelpunkt westlicher Ethik
steht. Auch wenn noch so oft dagegen verstoßen wird. Es geht um die
Frage: Was ist an Entschädigung oder Schmerzensgeld im Zusammenhang
mit dem vom Co-Piloten bewusst herbeigeführten Absturz über den
französischen Alpen angemessen. Wenn die Hinterbliebenen der Opfer
des Germanwings-Fluges jetzt von der Lufthansa mindestens 100.000
Euro pro getötetem Passagier verlangen, ist das nachvollziehbar.
Trauer und Schmerz sind weder mit den von der Lufthansa insgesamt
angebotenen 75.000 Euro zu tilgen noch mit den geforderten 100.000
Euro. Nachvollziehbar ist auch, dass die Lufthansa die höhere Summe
nicht zahlen will. Einen juristischen Anspruch darauf gibt es im
deutschen Schadensrecht nicht. Gar nicht nachvollziehbar ist jedoch,
dass der Brief der Hinterbliebenen vom interessierten Anwalt der
Öffentlichkeit zugespielt worden ist. Das ist schlichtes Druckmachen
und in keiner Weise Rücksicht auf die Opfer. Solch sensible
Verhandlungen sollten im Stillen geführt werden. Damit würde man der
Sache, den Menschen und ihrer Trauer gerecht. Dafür ist es jetzt zu
spät.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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