Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Verteilung der Flüchtlinge in Europa Blamables Gezeter Knut Pries, brüssel

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Migration ist kein Problem, das man lösen kann.
Es ist eine Realität, die man managen muss“, sagt William Lacy Swing,
Chef der Genfer Internationalen Organisation für Migration. Der Mann
hat recht. In seiner Erkenntnis stecken die beiden Hauptprobleme der
Flüchtlings- und Migrationspolitik der EU: Den Bürgern wird durch
Geschäftigkeit vorgegaukelt, man sei auf gutem Wege, ihnen die
unangenehme Realität vom Halse zu schaffen. Und es wird
unterschlagen, dass ein anständiges und effektives Management viel
höheren Einsatz erfordert, als die Europäer bislang zu leisten bereit
sind. Wie schon beim Projekt „Zerstörung von Schlepperbooten“ sind
die Pläne der EU-Kommission für die Verteilung der Flüchtlinge mit
glühender Nadel gestrickt. Wie das im Einzelnen funktionieren soll,
ist unerfindlich. Was etwa ist mit der „Sekundärmigration“, der
unkontrollierten Weiterreise in der grenzfreien EU? Blamabel ist das
Gezeter, sobald es konkret wird mit der Solidarität. Jeder siebte
Erdbewohner ist Migrant – das ist „die Realität“. So billig wie
bislang ist das Management der Migration durch die Wohlstandszone
Europa nicht zu haben. Wie wäre es mit einem EU-Flüchtlingsfonds mit
zehn Milliarden Euro und fairen Preisen für Kakao- und
Kaffeeproduzenten in der Dritten Welt? Beides fordert
Entwicklungsminister Gerd Müller. Den CSU-Mann nehmen bei uns nicht
viele wahr. Vielleicht ein Fehler.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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