Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Weitere mutmaßliche Nazi-Helfershelfer ermittelt Ehrliche Reue zeigen Dirk-Ulrich Brüggemann

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Die Arbeit der Nazi-Jäger ist noch nicht zu
Ende. Noch immer finden die Experten der Ludwigsburger Zentralen
Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen Spuren von
mutmaßlichen Helfershelfern des Nazi-Regimes. Das ist gut und sollte
nicht vorschnell beendet werden. Die Behörde hat nach wie vor ihre
Berechtigung. Auch wenn die mutmaßlichen Helfer der Nazi-Schergen,
die sich die industrielle Vernichtung der Juden auf die Fahnen
geschrieben hatten, sich heute im Alter jenseits der 90 befinden, –
sie haben in ihrer Jugend schweres Ungerecht getan oder dabei
zugeschaut. Das sollten sie zugeben. Und sie sollten Reue zeigen.
Keinem, der die Vernichtungsmaschinerie der Konzentrationslager
überlebt hat, ist damit gedient, wenn ein verurteilter Greis wirklich
hinter Gitter muss. In den Prozessen von Lüneburg und Detmold haben
die Überlebenden unisono gesagt, dass sie ihre damaligen Peiniger
nicht in Haft sehen wollen. Aber sie verlangen ein Schuldbekenntnis
ihrer damaligen Peiniger. Das sollte ihnen gewährt werden. Ohne Wenn
und Aber. Ausflüchte und vermeintliche Entschuldigungen sind hier
fehl am Platz. Aber ehrliche Reue, die kann wohl ein jeder zeigen,
egal wie alt er heute ist. Sicher kann die Frage gestellt werden, ob
Senioren im Alter von mehr als 90 Jahren noch vor Gericht gehören.
Pauschal lässt sich die Frage aber nicht beantworten. Hier gilt es
seitens der Ankläger, jeden Fall genauestens zu prüfen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
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