Neue Westfälische (Bielefeld): Lokführergewerkschaft will neue Streiks¶ Wider jede Vernunft¶ MATTHIAS BUNGEROTH¶

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Langsam, aber sicher wird es einsam um Claus
Weselsky. Der streitbare Chef der Gewerkschaft Deutscher
Lokomotivführer findet außer im Lager anderer Spartengewerkschaften
nicht mehr viel Rückenwind für seine harte Linie. Erneut will die GDL
ihre Mitglieder zum Streik aufrufen. Ein Streik wider jede Vernunft.
Nicht nur, dass der neuerliche Arbeitskampf die 11,9 Millionen
Fahrgäste verärgert, die die Deutsche Bahn täglich befördert. Denn
sie müssen wieder mit zahlreichen Zugausfällen und -verspätungen
rechnen. Nein, ärgerlich ist der ins Haus stehende Ausstand vor allem
deshalb, weil über die zentralen Punkte der Tarifforderungen der GDL
wie Lohnerhöhungen oder neue Arbeitszeitmodelle nie substanziell
verhandelt wurde. Dies aber ist das eigentliche Geschäft von
Tarifunterhändlern. Stattdessen kommt Weselsky immer wieder auf den
gewerkschaftspolitischen Hintergrund seiner harten Verhandlungslinie
zurück: Welche Gewerkschaft darf für welche Berufsgruppe im
Unternehmen überhaupt Tarifvereinbarungen abschließen? Doch dies zu
entscheiden ist Sache der Politik oder letztlich der Justiz. So hätte
man sich die vorangegangenen 16 Verhandlungsrunden und 6 Streiks
innerhalb von gut einem Jahr fast sparen können. Zumal für den Sommer
sowieso das Tarifeinheitsgesetz zu erwarten ist. Dann kann die GDL
dagegen klagen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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