Neue Westfälische (Bielefeld): Neue Strategie im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen Mehr Überzeugungskraft gefragt Martin Fröhlich

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Hermann Gröhe hat mit der
Antibiotika-Resistenz-Strategie für Aufmerksamkeit gesorgt. Damit hat
er schon einen Erfolg gelandet, denn er will das Thema mehr ins
Bewusstsein der Menschen zu bringen. Die wichtigste Botschaft ist
die, dass der Kampf gegen Resistenzen und Keime zur internationalen
Sache wird. Die Politik holt nach, was Medizin und Forschung längst
vollzogen haben. Krankenhäuser und Ärzte tauschen seit Jahren ihre
Erfahrungen im Kampf gegen multiresistente Erreger aus.
Wissenschaftler ebenso. Die Pharmaunternehmen gehen sogar neue Wege:
mit- statt gegeneinander. Es gibt in Europa eine Plattform, auf der
sich Firmen ihre Forschungsergebnisse zur Verfügung stellen. So soll
vermieden werden, dass Unternehmen erfolglosen Ansätzen nachjagen,
die andere schon ad acta gelegt haben. Nun also auch die Politik.
Deutschland will eine Führungsrolle spielen. Die Hygiene in
Krankenhäusern soll besser werden, Screenings die Früherkennung
ermöglichen. Beides verlangt Geld und Personal. Zwei Säulen, die in
den Kliniken bröckeln. Ein Desinfektionsmittelspender am Eingang und
ein paar Infozettel werden das Problem nicht lösen. Die Landwirte
sollen in der Massentierhaltung auf Antibiotika verzichten. Der
Ansatz stimmt, doch auch hier sind Zweifel an der Umsetzung
angebracht. Die Versorgung der Bevölkerung mit preiswertem Fleisch
ist ein Problem, die wirtschaftliche Existenz der Betriebe das
andere. Subventionen könnten notwendig werden. Hermann Gröhe muss
über Geld reden. Doch das hat er vermieden. Stattdessen verweist der
Bund auf die Länder, fordert mehr Einsatz von der Pharmaindustrie,
spricht von nachhaltigen Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen. Das
ist nicht konkret genug. Bei einem Problem, das so viele Bereiche der
Gesellschaft betrifft, braucht es mehr Überzeugungskraft. Die
entsteht, wenn die zum Handeln Aufgeforderten erkennen können, wie
sie die Aufgabe finanziell stemmen können.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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