Neue Westfälische (Bielefeld): NRW-Wälder leiden unter Klimawandel Die Heimat braucht Alternativen Christine Panhorst

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Der Wald in NRW hat einen Burnout. Ihm wird es
langsam, aber sicher zu warm, weil der Klimawandel die Temperaturen
verschiebt, immer stärkere Stürme mit sich bringt und im Sommer die
Wolken mit Regen geizen lässt. Auf Seiten der Menschen braucht es
deshalb ebenfalls einen Wandel – im Denken, bevor das Reizklima große
Löcher in unsere Baumlandschaften reißt. Auch wenn wir an unseren
Eichen, Buchen, Fichten hängen, sie in Volks- und Kinderliedern
besingen, auf Münzen prägen und uns aus ihnen Wohnzimmerschränke
bauen, über deren glattes Holz wir dann streichen: Die Heimat ist
mehr als ihre Bäume. Sie wird uns nicht mit ihrem Schwinden abhanden
kommen. Wenn immer mehr Fichten knicken und Eichen austrocknen,
müssen wir den Mut haben, nach Alternativen zu suchen. Den Mut,
Heimat neu zu denken, in ihrem eigenen Interesse. Die Douglasie
könnte eine solche Alternative sein: klimaresistent mit gutem
Möbelholz. Trotzdem ist die Kultivierung umstritten. Denn beheimatet
ist der Baum in Nordamerika. Ein Eindringling? Kaum. Denn in
Voreiszeitzeiten wuchs die Douglasie in Deutschland, lange bevor das
Wort „Heimat“ zum ersten Mal gesprochen wurde.

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