Neue Westfälische (Bielefeld): Prozess gegen Prinzessin Cristina Spaniens Monarchie erschüttert Ralph Schulze, Madrid

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Von Amtsträgern und erst recht von den
Spitzenrepräsentanten dürfen die Bürger Beispielhaftigkeit erwarten.
Das gilt auch für königliche Staatsoberhäupter und ihre Familien.
Spaniens Königshaus hat sich in den letzten Jahren alles andere als
vorbildlich benommen. Dass Prinzessin Cristina und ihr umtriebiger
Ehemann Iñaki Urdangarin nun auf Mallorca auf der Anklagebank sitzen,
ist ein weiterer trauriger Tiefpunkt dieses königlichen Verfalls.
Cristina und Urdangarin sollen ihre hoheitlichen Beziehungen
missbraucht haben, um unlautere Geschäfte zu machen und sich
öffentliche Gelder unter den Nagel zu reißen. Zudem wird ihnen
Steuerbetrug vorgeworfen. In Spanien, wo die Korruption seit
Jahrzehnten blüht, war übrigens keiner über diese Vorwürfe der
Selbstbereicherung erstaunt, die viele hohe Politiker und das
Königshaus erreichten. Schon eher wunderten sich die Bürger, dass
sich endlich einmal ein Untersuchungsrichter traute, auch gegen
Spaniens Hoheiten zu ermitteln, deren Leben bislang als unantastbar
galt. Dass nun also Prinzessin Cristina und ihrem Angetrauten der
Prozess gemacht wird, ist letztlich ein positives Zeichen dafür, dass
sich im Königreich Spanien etwas bewegt. Und dass der neue König
Felipe es ernst meint mit der versprochenen Erneuerung der Monarchie,
die dem Bürger zu Diensten sein soll – und nicht umgekehrt. Felipe
und seiner erfrischend modernen Königin Letizia ist es auch zu
verdanken, dass sich das Ansehen der spanischen Monarchie nun langsam
wieder erholt.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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