Neue Westfälische (Bielefeld): Sexismus-Skandal um Donald Trump Horror-Show beenden Dirk Hautkapp, Washington

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Als der Kandidat Donald Trump einer breiten
Öffentlichkeit in Amerika und darüber hinaus noch nicht als der
Schmierlappen bekannt war, der er definitiv ist, verstieg sich der
Bau-Unternehmer zu einer ebenso bizarren wie viel über ihn sagenden
These: Er könne auf der Fifth Avenue in New York einen Menschen
erschießen – trotzdem würden seine Anhänger ihm loyal folgen. Jetzt,
wo die ganze Welt weiß, wo Donald Trump in seiner widerwärtigen
Hybris glaubt Frauen anfassen zu dürfen, nämlich am primären
Geschlechtsorgan, wird sich zeigen, ob der Mann, der Amerikas
Präsidentschaftswahlkampf zu einer geistlosen und hässlichen
Veranstaltung ohne Beispiel deformiert hat, wirklich unzerstörbar
ist. Hoffentlich nicht. Trumps Prahlhans-Video, das absichtsvoll vor
dem zweiten Schaulaufen im Fernsehen mit Hillary Clinton den Weg in
die Öffentlichkeit fand, ist der Super-Gau. Was der triebgesteuerte
Geschäftsmann da vom Stapel lässt, reiht sich ein in eine lange Kette
von frauenverachtenden Ausfällen, die das Bild eines pathologischen
kranken Narzissten ergeben. Trump gehört in Behandlung, nicht ins
Weiße Haus. Jedem Amerikaner gleich welcher Religion oder politischen
Zugehörigkeit, der sich Würde und Anstand bewahrt hat, muss Trumps
Playboy-Plädoyer für allzeitbereite Übergriffigkeit die
Fremdschämröte ins Gesicht treiben. Der Mann, der die größte Macht
der Erde führen will, entpuppt sich als Wegbereiter für sexuellen
Missbrauch. Das Frauenbild, das hier durchschimmert, löst nicht nur
Brechreiz aus. Man kann den Groß-Schauspieler Robert de Niro
verstehen, der seinem Verlangen Ausdruck verliehen hat, Trump „ins
Gesicht zu schlagen“. Dass Trumps Entschuldigungsversuch ein
Rohrkrepierer wurde, war programmiert. Er ist beratungsresistent.
Glaubwürdig hat sich diese hässliche Karikatur eines
Möchtegern-Staatsmannes noch nie von eigenen Fehlern distanziert. An
dieser Stelle muss an die Verantwortung der republikanischen Partei
für das Desaster erinnert werden. Sie war es, die Trump erst möglich
gemacht, die dem Brunnenvergifter und politischen Nichtskönner eine
Bühne geboten hat, auf der er seine Rolle als Volkstribun für die
Verlierer der Gesellschaft formen konnte. Die „Grand Old Party“, und
wenn es ihr letzter Dienst am Vaterland der großen Ideale sein
sollte, muss diese Horror-Show beenden. Trump muss sofort aus dem
Rennen genommen werden. Besser mit Dezenz untergehen am 8. November –
was mit einer Last-Minute-Berufung von Vize-Kandidat Mike Pence oder
einem anderen moderaten Vertreter wahrscheinlich verbunden wäre -,
als weiter Mittäter sein bei einer politischen Farce, die schon jetzt
das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt stark beschädigt.

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