Neue Westfälische (Bielefeld): SPD wählt neuen Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten 100 Prozent Schulz Thomas Seim

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Was mag nur in Sigmar Gabriel vorgegangen sein,
als fest stand, dass Martin Schulz der für alle Delegierten richtige,
bessere, vor allem aber erfolgversprechende Nachfolger ist? 100
Prozent Schulz – das ist ein eigentlich für die SPD undenkbares
Wahlergebnis für einen Vorsitzenden. Nicht einmal Willy Brandt hat
das geschafft. Nicht einmal Kurt Schumacher hat das geschafft –
selbst dem Chef der Nachkriegs-SPD im Westen fehlten 1948 Stimmen.
Was bedeutet dieses Ergebnis? Die SPD ist derzeit wieder ganz bei
sich, sie fühlt sich auf der richtigen Seite der Gesellschaft, sie
erlebt sich stark als Kraft für Freiheit und Gerechtigkeit. Dieses
Momentum hatte sie lange nicht, obwohl sie auch unter Sigmar Gabriel
erhebliche Erfolge für sich verbuchen konnte. Nur in Stimmen konnte
Gabriel seine Arbeit nie umsetzen. Das scheint nun Schulz zu
gelingen, auch weil er – jedenfalls bislang – weder in der SPD noch
bei den Wählern als Teil der Politik in Berlin wahrgenommen wird. Die
große Koalition arbeitet zwar durchaus erfolgreich. Eine große Nähe
zur Wahlbevölkerung ist ihr indes nie zuteil geworden. Davon
profitiert Schulz. Noch ist es vorwiegend Psychologie. Wie weit
dieser Aufschwung die Sozialdemokratie tatsächlich führen kann,
darüber werden auch die Konkretisierungen eines Wahlprogramms erst
noch entscheiden. Da hat auch Schulz bei seiner Parteitagsrede eine
Reihe von Fragen offen gelassen und auf den Programm-Parteitag in
Dortmund Ende Juni verwiesen. Die Union wiederum hat noch nicht zum
Gegenangriff angesetzt. Sie wirkt eher gelähmt von der Euphorie der
Sozialdemokraten. Das wird allerdings nicht so bleiben. Die
Auseinandersetzung zwischen Spitzenkandidaten und Programmen wird auf
beiden Seiten noch Bewegung erzeugen – mehr oder weniger eben.
Einstweilen aber hat die SPD mit Schulz einen Lauf. Wenn dieser Lauf
sich fortsetzen sollte über die Saar-Wahl am nächsten Wochenende, die
vermeintliche oder tatsächliche Merkel-Schwäche in der Mobilisierung
von Anhängern, die Wahl eines früher sozialistischen, heute eher
sozialdemokratischen französischen Präsidentschaftskandidaten Macron
und die Bestätigung der NRW-Ministerpräsidentin Kraft (SPD) – dann
wird auch die Bundestagswahl spannend. Spannender als noch zu
Jahresbeginn denkbar. Das mag auch Sigmar Gabriel trösten.

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