Neue Westfälische (Bielefeld): Terrorwarnungen in der Türkei Vorsicht ja, Hysterie nein Matthias Bungeroth

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Terroristen, egal welcher politischer
Ausrichtung sie anhängen, haben in der Regel ein Hauptziel: Durch
Angst und Schrecken verbreitende, blutige Anschläge wollen sie ein
Gemeinwesen aus dem Gleichgewicht bringen und latente Angst in der
Bevölkerung oder zumindest bei einer bestimmten Zielgruppe schüren.
Das gilt auch für die jüngsten Anschläge in der Türkei. Die Reaktion
des Gemeinwesens darauf kann nur sein: Es darf sich durch Terroristen
weder erpressen lassen noch der Gefahr erliegen, das öffentliche
Leben nur noch nach dem Bedrohungspotenzial dieser Kriminellen
auszurichten. Denn in diesem Fall hätten die Terroristen mit ihren
Anschlägen ein erstes Ziel erreicht. Sie würden einem ganzen Staat
das Heft des Handelns zumindest teilweise aus der Hand nehmen.
Politik und Gesellschaft würden von Terroristen vorgeführt. Das darf
nicht sein. Deshalb ist die Reaktion von Bundesaußenminister
Frank-Walter Steinmeier auf jüngste Terrorwarnungen gegen deutsche
diplomatische Vertretungen in der Türkei absolut angemessen.
Natürlich hat der deutsche Staat in solch einer Situation eine
Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten dort, wenn konkrete
Hinweise auf mögliche Anschläge vorliegen. Immerhin gab es im Januar,
Februar und März bereits blutige Anschläge in Istanbul und Ankara mit
hohen Opferzahlen. In zwei Fällen erklärte sich eine radikale,
kurdische Splittergruppe namens „Freiheitsfalken Kurdistans“ für die
Anschläge verantwortlich. Ate Konflikte um die kurdische Minderheit
in der Türkei brechen wieder zunehmend mit gewalttätigen
Auseinandersetzungen und auch terroristischen Anschlägen im
öffentlichen Raum auf. Dass viele deutsche Touristen nun darauf
reagieren und einen Bogen um die Türkei als Reiseland machen, ist aus
ihrer Sicht nachvollziehbar. Niemand möchte sich und seine Familie in
den schönsten Wochen des Jahres sehenden Auges einer Gefahr für Leib
und Leben aussetzen. Das Auswärtige Amt beweist in der akuten
Gefahrenlage zu Recht Augenmaß nach dem Motto: Vorsicht ja, Hysterie
nein. Es gibt keine Reisewarnung für die Türkei aus, sondern rät zu
erhöhter Vorsicht. Ein richtiger Kurs.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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