Neue Westfälische (Bielefeld): Trump, Putin und die Geheimdienste Oberwasser Dirk Hautkapp, Washington

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen
geopolitischen Minderwertigkeitskomplex und seinen Vergeltungsdrang
gegen die Vereinigten Staaten mit einer flächendeckenden Kampagne
gegen das Heiligste der amerikanischen Demokratie zu kompensieren
versucht: Die Präsidentschaftswahl. Wie viel Anteil die eindeutig pro
Donald Trump angelegte Arbeit russischer Daten-Diebe,
Propaganda-Schmierfinken, Internet-Trolle und Staatszersetzer
möglicherweise an der Niederlage der Demokratin Hillary Clinton
hatte, ist dabei zweitrangig. Allein die Tatsache, dass Russland es
nachweisbar gewagt hat, den wirtschaftlich wie technologisch
überlegenen USA tonnenweise digitalen Sand ins Getriebe zu streuen,
müsste den neuen Mann im Weißen Haus zu Gegenreaktionen veranlassen.
Aber Trump hält still, macht Amerika klein, nicht „great“. Von
krankhafter Eitelkeit geblendet, frönt er weiter seinem bizarren
Männerbund mit Moskau. Er nimmt Putin gegen alle politische Vernunft
und die fundierte Expertise der eigenen Geheimdienste in Schutz. Dass
der Mann im Kreml bei den Internet-Raubzügen mit Sicherheit auch
belastendes Material gegen Trump abfischen ließ und als Druckmittel
unter Verschluss hält, kommt Trump nicht in den Sinn. Der Schaden
geht über die Grenzen Amerikas hinaus. Vor allem in Europa, wo bald
mehrere wichtige Wahlen anstehen, muss die stille Duldung, mit der
Trump Putins Gebaren hinnimmt, alarmieren. Länder und Leute, die der
russische Präsident auf seinem mit wachsender Intensität betriebenen
Destabilisierungs-Feldzug vorgemerkt hat, können sich ab sofort nicht
mehr sicher sein, dass Uncle Sam ihnen zur Seite steht. Das
prominenteste Opfer könnte im kommenden Herbst Angela Merkel werden.
Ihre für Europa stilbildende Haltung in der Frage der Sanktionen
gegen Russland im Zuge von Krim und Ukraine macht sie für Putin zur
bevorzugten Zielscheibe. Trumps Zuneigung für die Deutsche wird sich
in Grenzen halten, nachdem Merkel ihr Glückwunsch-Telegramm mit dem
berechtigten Warnhinweis versehen hat, dass die
deutsch-amerikanischen Beziehungen nur auf Basis von
Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Pluralität und Respekt vor der
Menschenwürde gedeihen können. Werte, die Trump noch nie unfallfrei
buchstabieren konnte. Was, wenn sich Putin und Trump insgeheim
darüber verständigen, dass Deutschland ein bisschen mehr AfD und
damit gehässiger Populismus guttun könnte? Sind Bundesregierung,
Verfassungsschutz-Organe und alle staatstragenden Parteien in
Deutschland darauf eingestellt, die politischen
Willensbildungsprozess gegen solche Einflüsse ohne Zensur-Gelüste zu
schützen? Es wird höchste Zeit. Die Feinde der wehrhaften Demokratie
spüren Oberwasser.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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