neues deutschland: Amnesty-Asylexpertin: Europa muss sich wachsender Zahl von Flüchtlingen stellen

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Als beschämend bezeichnet die Asylexpertin der
Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Wiebke Judith, das
Ergebnis des jüngsten EU-Innenministertreffens. Die Staaten-Vertreter
einigten sich am Montag nicht auf die von der EU-Kommission
vorgeschlagene Aufnahme von 60.000 Flüchtlingen, sondern insgesamt
auf nur knapp 56.000. Dabei sei Hilfe für die EU-Mitgliedsstaaten wie
auch für Krisenregionen dringend geboten. „Angesicht der Situation,
insbesondere in Syrien, werden weiter viele Menschen versuchen, in
der EU Schutz zu finden. Europa muss sich dieser Realität stellen“,
schreibt Judith in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende
Tageszeitung „neues deutschland“ (Donnerstagausgabe).

Judith kritisiert darüber hinaus das Vorgehen mehrerer Regierungen
in EU-Ländern, wie den Bau eines Grenzzauns in Ungarn. Angesichts
dieser „politischen Kaltherzigkeit“ sei das wachsende Engagement in
der europäischen Bevölkerung für Flüchtlinge ein Hoffnungsschimmer.
Denn in der europäischen Flüchtlingspolitik sei die Zeit reif für
große Taten: „eine wirksame Unterstützung von Griechenland und
Italien, ein Umdenken in der Verteilungspolitik insgesamt, ein
großangelegtes Neuansiedlungsprogramm und eine Abkehr vom Populismus
auf Kosten von Flüchtlingen“.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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