neues deutschland: Atomarer Wind aus Brüssel – Zur Energie-Strategie der EU

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Die EU könnte ihre Führungsrolle im Bereich der
Atomtechnologie verlieren! Die Angst der europäischen
Nuklearwirtschaft vor möglichen betriebswirtschaftlichen Verlusten
schreit einem förmlich aus jeder Zeile eines am Dienstag
bekanntgewordenen Strategiepapiers entgegen. Die Gefahr eines
weiteren Super-GAUs wie in Tschernobyl oder Fukushima, Millionen
Tonnen strahlender Müll, ungeklärte Entsorgungskosten – alles
unwichtig. Auch dass die öffentliche Debatte sich gedreht hat und der
Wind inzwischen aus nichtnuklearer Richtung weht, haben die
EU-Strategen offenbar verdrängt. Nun pustet ihnen allerdings der Wind
der politischen Empörung direkt ins Gesicht. Alles nicht so gemeint,
hieß es darum schnell aus Brüssel. Man könne doch über alles erst mal
diskutieren. Und: Einen Zwang zur Atomenergie für die Mitgliedsländer
gebe es natürlich nicht. Wenn es einem eben nichts ausmache, die
Führungsrolle auf dem Gebiet der Atomtechnologie zu verlieren …
Länder wie die Bundesrepublik, die sich bereits auf dem Weg aus der
teuren und umweltschädlichen Atomkraft befinden, werden sich von
solchen Überlegungen hoffentlich keine Zweifel einreden lassen.
Ländern wie Frankreich dagegen, dessen Präsident am Dienstag den Bau
eines neuen AKW in Großbritannien ausdrücklich begrüßte, stärkt das
EU-Papier unnötigerweise den Rücken und nimmt den dortigen
Kernkraftgegnern noch mehr Wind aus den Segeln.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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