neues deutschland: Debatte um den Cyberangriff auf den Bundestag: Zeit für einen Neuanfang¶

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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) teilt
seinen vom Hackerangriff verunsicherten Abgeordneten nun mit, dass in
den vergangenen beiden Wochen keine weiteren Daten abgeflossen seien.
Eine gewagte Behauptung, ergaben die jüngsten Recherchen doch genau
das Gegenteil. Wer hat recht? Gegen Lammert spricht, dass er in der
Affäre hilflos wirkt und dabei, vielleicht auch unwissentlich, die
tatsächliche Lage beschönigte. Noch am 21. Mai galt für alle
Fraktionen der Inhalt seines Rundschreibens, wonach Datenabflüsse
nicht nachweisbar seien. Dabei hatten Experten schon zwei Wochen
vorher feststellen müssen, dass Daten von Servern des Bundestages
abgezogen werden. Die irreführende Informationspolitik Lammerts nährt
den Verdacht, er sei mit der Sache überfordert. Schlimmer noch: Er
wolle über die Versäumnisse seiner Verwaltung und die vielen
Schwachstellen des Netzwerkes, die lange bekannt waren,
hinwegtäuschen. Dass auch der Ältestenrat eingeweiht worden sein soll
und bislang passiv blieb, spricht für die These der Überforderung in
Zeiten grenzenloser Netze und Spionage. Um so wichtiger ist es jetzt,
endlich reinen Wein einzuschenken und mit dem Neuaufbau eines
Netzwerks zu beginnen, in dem Parlamentarier sicher arbeiten können.
Der Startschuss für Parlakom 2.0 sollte jetzt fallen, damit bereits
die lange Sommerpause für den aufwendigen Umbau genutzt werden kann.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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