neues deutschland: Die unmögliche Friedensplanung im Krieg: Die Bilder der Tornados

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Hochbetrieb im Planungsstab des Ministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit. Fast täglich kommen neuen Luftbilder
herein, die deutsche Tornado-Piloten über syrischen Städten gemacht
haben. Sie sind gestochen scharf und damit beste Planungsunterlagen
für die Leute, die am großen runden Tisch sitzen. Es sind vor allem
Architekten, Bau-, Energie- und Verkehrsexperten, künftige Leiter von
Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Syrer, die man aus dem
Einerlei der Flüchtlingsheime geholt hat. Gemeinsam mit deutschen
Kollegen und Helfern aus Nichtregierungsorganisationen planen sie den
Wiederaufbau der bereits oder demnächst befreiten Gebiete, während
Mitarbeiter des Außen- und des Finanzressorts gemeinsam mit
UN-Organisationen über Finanzhilfen reden. Aufwachen! Schluss mit
Träumen! Die von Bundeswehrpiloten gemachten Fotos dienen dem Krieg,
also zur Planung von noch mehr Not und Elend. Vermutlich nutzen sie
sogar dem türkischen Militär, das Kurden, die den IS mutig bekämpfen,
zusammenschießt. Wer sich Afghanistans Elend anschaut, der weiß, dass
der Westen zwar militärisch zulangt und seine Interessen sichert.
Doch bereits im Krieg den Frieden zu denken und ihn verlässlich zu
planen mit den Menschen vor Ort – politisch, wirtschaftlich, sozial –
gelingt nicht. Und so ist auch alles, was im neuen Weißbuch zur
deutschen Sicherheitspolitik über den so notwendigen vernetzten
Ansatz in Kriegs- und Krisengebieten zu lesen ist, leider nicht mehr
als ein Trugbild.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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