neues deutschland: Ermittlungen zum NSU-Netzwerk: Verschwiegen wie ehedem

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Wenn das stimmt, was ein offensichtlich Kundiger
den Medien geflüstert hat, dann hatte das Bundesamt für
Verfassungsschutz bereits 2005 von einem Topp-V-Mann eine CD
erhalten, auf der sich eindeutige Hinweise zur Existenz eines
Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) befanden. Doch der
Geheimdienst unternahm nichts, was seinem Namen entsprach. Warum?
Weil man von der Existenz solcher Truppen wusste? Weil Wegsehen
nützlich war? Weil man die Gefährlichkeit des Nazi-Terrors
unterschätzte? Oder war man zu überheblich, zu dumm und faul? Als
Antwort dient sicher eine Melange der Möglichkeiten. Tatsache aber
ist, dass die in den vergangenen drei Jahren abgegebenen Beteuerungen
der Bundesregierung, die Behörden hätten bis zum Tod von Böhnhardt
und Mundlos im November 2011 nichts von der Neonazi-Terror-Truppe
gewusst, ja sogar nichts wissen können, falsch und eine Frechheit
sind. Empfindet das die Kanzlerin auch so? Sie gab den Angehörigen
der Ermordeten ihr Wort, dass die brutalen Verbrechen restlos
aufgeklärt werden. Der 39-jährige Ex-V-Mann, der die CD 2005
weitergab, war dicht dran am NSU. Im März 2014 verstarb »Corelli«.
Der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt untersuchen die
CD-Hintergründe so lustlos, dass man fragen muss: Geht es wirklich
»nur« darum, die beim NSU-Prozess in München vertretene Anklage gegen
NSU-Frau Zschäpe und Konsorten nicht realitätsbezogener formulieren
zu müssen?

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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