neues deutschland: Ex-Botschafter Avi Primor lehnte Annäherung zwischen Israel und Deutschland ursprünglich ab

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Der frühere Botschafter Israels in Deutschland Avi
Primor stand der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der
Bundesrepublik und Israel vor 50 Jahren anfangs ablehnend gegenüber.
„Für mich war Deutschland ein Land, mit dem es keine Beziehung geben
dürfte“, sagt er in einem Interview für die überregionale
Tageszeitung „neues deutschland“ (Dienstagausgabe). „Ich war der
Ansicht, dass man einen ewigen Bann gegen Deutschland verhängen
sollte. Ich begriff nicht, dass die Aufnahme diplomatischer
Beziehungen in unserem Interesse war.“ Wie Primor dachte seinerzeit
die Mehrheit der Israelis. „Wir wollten weder deutsche Waren noch
Waffen und auch kein Geld von der Bundesrepublik“, kommentiert der
Diplomat die Ablehnung auch des Wiedergutmachungsabkommens von 1952.
Es sei der Autorität des damaligen Premiers Ben-Gurion zu verdanken,
dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten allmählich
normalisierte.

Der 1935 in Tel Aviv geborene Sohn eines niederländischen
Emigranten und einer deutschen Auswanderin gilt heute als eifrigster
und erfolgreichster Vermittler zwischen Deutschen und Israelis. Seine
Aufgabe sieht er als noch nicht beendet an und titelte daher seine
jüngst erschienene Autobiografie „Nichts ist jemals vollendet“. Im
nd-Gespräch bedauert Avi Primor, der von 1993 bis 1999 Botschafter in
Bonn war, die neuerliche Verstimmung zwischen Politikern Israels und
Deutschlands.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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