neues deutschland: Friedrich Schorlemmer: Grundrecht auf Asyl darf nicht zur Disposition stehen

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Der Wittenberger Theologe und Bürgerrechtler
Friedrich Schorlemmer lobt die „unbeirrte“ Haltung von
Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik. In einem
Gastbeitrag in der Tageszeitung „neues deutschland“ (Ausgabe von
Mittwoch) bezeichnet Schorlemmer die Kanzlerin als
„Verfassungspatriotin“, weil sie die Grundrechte – insbesondere das
Grundrecht auf Asyl – gegen Angriffe auch aus den eigenen Reihen
verteidige. „Angesichts der rechtspopulistischen Nebelkerzen aus CSU,
Teilen der CDU und der AfD“, so Schorlemmer, „muss das in Erinnerung
gerufen werden: Das Grundrecht auf Asyl ist ein einklagbares
Menschenrecht“.

Gleichzeitig warnt Schorlemmer davor, Probleme bei der Bewältigung
der Flüchtlingsaufnahme zu übergehen. „Wer verantwortlich und an
Menschenrechten orientiert handelt“, so der Theologe, „wird nicht
Ängste schüren, aber auf sie reagieren und sie so aufgreifen, dass
sie auf ihren rationalen Kern zurückgeführt, praktisch vermindert,
sozial und psychologisch bearbeitet werden“.

Vehement wendet sich Schorlemmer gegen die Schließung von Grenzen
im Schengen-Raum. In Merkels Satz „Wir schaffen das“ stecke auch „das
europäische Wir“. Schorlemmer: „Das wunderbare Friedensprojekt
Europa, das wirtschaftlichen Wohlstand und grundsätzlich gleiche
Würde und gleiches Recht befördert, steht zur Debatte.“

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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