neues deutschland: Gedenkstätten-Chef Morsch: Nagelprobe für Deutschland kommt erst noch

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Die NS-Gedenkstätten in Deutschland seien gut auf
die Zeit eingestellt, in der es keine Zeitzeugen mehr gibt,
versichert Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische
Gedenkstätten und des Museums Sachsenhausen, im Interview mit der in
Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“
(Wochenendausgabe). Vielmehr werde die deutsche Erinnerungskultur auf
die Probe gestellt: „Wenn es den außenpolitischen Druck nicht mehr
gibt, den bisher vor allem die internationalen Überlebendenverbände
organisiert haben, wird sich zeigen, ob Deutschland seine Geschichte
wirklich angenommen hat.“ Morsch beunruhigen denn auch Forderungen
des Auslandes, die Deutschen sollten endlich ihre Fixierung auf die
NS-Vergangenheit ablegen und europäische oder gar weltpolitische
Verantwortung auch militärisch mittragen. „Jetzt wird es sich zeigen,
wie stark die deutsche Gesellschaft die Erinnerung an den
Nationalsozialismus internalisiert hat. Jetzt kommt die Nagelprobe“,
betont Morsch. Auch hinsichtlich finanzieller Herausforderungen, etwa
zur Versorgung der Flüchtlinge, stelle sich die Frage, „ob Politik
und Gesellschaft auch weiterhin bereit sind, die vielfältige
Erinnerungskultur und Gedenkstättenlandschaft in Deutschland zu
erhalten“.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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